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Klaus Lippert
26.08.20 09:12
Auch ich habe bei dieser Unterschriftenaktion meine Unterschrift geleistet, aber auch einige Argumente für einen Kiesabbau geäußert, was durchaus kontrovers endete. Wenn man jetzt nicht gegensteuert, hat man später kein Mitspracherecht und somit keine Möglichkeiten entsprechenden Einfluss bei den Planungen auszuüben. Deswegen habe ich unterschrieben.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Kiesabbau, sondern man muss wie immer, beispielsweise wie auch bei Windkraftanlagen im Rheinbogen, beide Seiten sehr genau beleuchten und bewerten. Die Vor- und Nachteile solcher Veränderungen muss ein Bürgerverein auflisten, vergleichen und dann objektiv auswerten und an die Bevölkerung kommunizieren. Nur so können solche Projekte ggf. verhindert oder abgeändert werden. Nur so kann man die Bevölkerung von einer Sache überzeugen, egal wie das Ergebnis aussieht. Ich bin jemand, der für Umwelt und Natur steht und gehörte bei den Planungen des Kohlekraftwerkes in Uerdingen zu den größten Gegnern dieses Projektes und wir konnten es gemeinsam verhindern, damals noch als ein unmögliches Unterfangen dargestellt. Wir wurden von vielen Bewohnern belächelt – quasi der Kampf gegen Windmühlen wie bei Don Quijote. Unmögliches zu erreichen ist aber durchaus möglich. Daher möchte ich auch jeden Bewohner ermutigen sich seine Meinung zu bilden und dafür einzustehen.

Jetzt zum Kiesabbau.

Ein Argument welches gegen den Kiesabbau aufgeführt wird, ist die Vernichtung des schönen naturbelassenen Rheinbogen. So wie jetzt diese Fläche aussieht, hat es leider nicht viel mit naturbelassener Natur zu tun. Der Eingriff der Menschen ist hoch und eine naturbelassene Rheinauenlandschaft sieht ganz anders aus. Ständig wird hier von Menschen eingegriffen. Und der Boden ist stark mit Zivilisationsmüll kontaminiert. Wer schon mal mit einem Metalldetektor durch diese Wiesen gelaufen ist, wird schockiert sein, wie viel Müll sich im Boden befindet. Aber auch die sichtbaren Müllberge, die sich an jedem schönen Tag überall auftürmen, sind unübersehbar - ganz zu schweigen die wilden sonstigen Müllkippen. Schön sieht der Rheinbogen aktuell nur aus der Ferne aus, aber ich liebe dieses Stückchen Erde trotzdem. PS: Die geplante Rhinecleanup-Aktion am 12.9.20, finde ich toll und kann jeden nur auffordern hier mit zu machen.

Wir kennen dieses Stück Erde nur in unserem Kurzen Lebenszeitraum. Blickt man weiter in die Vergangenheit, gab es hier überall Seen, Tümpel, alte Rheinarme, Überschwemmungsgebiete usw. Der Rhein hat sein Bett ständig verändert und geprägt. Wir haben den Rhein in seinem Bett gezwungen und somit solche Lebensräume vernichtet. Was ist also natürlich? Die Landschaft heute, vor 100 Jahren oder noch weiter zurück? Der Rhein verlief früher auch schon mal auf dem Kaiserberg, 50 Meter höher. Siedlungen gab es vor einigen tausend Jahren nur auf dem Ehinger Berg, weil es dort eine Anhöhe gab die von dem Rheinhochwasser geschützt war.

Wenn wir gegen den Kiesabbau wären und unsere Eltern und Großeltern ebenfalls so gedacht hätten, würde es heute keine Sechs-Seen-Platte geben, kein Töpperssee, Kruppsee, Elfrather See, Rahmersee, Angermunder See und die vielen anderen Biotope in und rund um unserer Heimat. Was wäre Duisburg heute, ohne diese einzigartigen Naturflächen? Es gäbe keine Seen, an denen man sich im Sommer abkühlen kann. Wer schon mal um diese Seen spazierte, durfte die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erleben.

Ich bin passionierter Sporttaucher und kenne daher die Seen auch noch aus einer anderen Perspektive. Es sind einzigartige Plätze in unserer Nachbarschaft. Es befinden sich eine Unmenge unterschiedlicher Lebewesen in einem solchem Biotop. Wer mehr erfahren möchte, kann ich diesen Film empfehlen: Youtube.com und „Leben unter Wasser Das geheimnisvolle Leben im Baggersee“.

Zudem sollte man nicht vergessen das Sand und Kies ein weltweit seltener Rohstoff ist und es diesen nur an wenigen Stellen in diesem Überfluss gibt. Stellt euch vor, ohne diesen Rohstoff zu leben. Wir hätten keine Häuser. Stellt euch vor, wenn andere Länder, die auch im Überfluss seltene Rohstoffe haben, ähnlich reagieren. Beispiel: Lithium. Wir hätten keine Handys und PCs. Gold, Öl, Gas, seltene Erden, ... Die Liste könnte man beliebig lang fortsetzen. Wenn all diese Länder auch sagen würden das Sie dieses nicht teilen – wie würde wohl unsere Welt jetzt aussehen?

Diese Argumente muss man in seiner Entscheidung mitberücksichtigen. Wie könnte also ein Kiesabbau aussehen? Mein Vorschlag: Transport nur über den Rhein. KEIN LKW-Verkehr! Schnellstmöglicher Abbau. Der See benötigt eine gewisse Mindestgröße und eine gewisse Tiefe, damit er biologisch richtig funktionieren kann. Je größer und tiefer, desto besser für seine natürliche Balance. Er muss zudem durch Rheinhochwasser geschützt werden. Die Renaturierung muss nach neuesten wissenschaftlichen Wissen erfolgen. Auch die Folgenutzung muss genau geklärt werden. Hier müssen die Mündelheimer unbedingt mitreden. Wenn diese Forderungen nicht möglich sind, darf ein Kiesabbau nicht erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen


Klaus Lippert

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