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Emmaus-Gebäude wird entwidmet und verkauft ! - 08.02.2009 - 18:09
PastorKaspers
Pressemitteilung
 
- 8. Februar 2009 -
 
 
Die Evangelische Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd stellt ihren Mitgliedern ihre Gebäudekonzeption vor.
 
 
Das Evangelische Gemeindehaus „Emmaus“ auf der Korbacherstraße wird als Gottesdienststätte entwidmet und steht zum Verkauf. Die Kirchengemeinde hofft auf eine „kreative Lösung“ der Raumfrage in Mündelheim.
 
 
Bereits seit Monaten beschäftigt sich das Presbyterium der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd mit einer neuen Gebäudekonzeption. Schon im November wurde die Gemeinde auf einer Versammlung im Gemeindehaus in Huckingen über die schwierige Haushaltslage informiert und die baldige Einberufung einer weiteren Gemeindeversammlung angekündigt. Nachdem das Presbyterium auf seiner Sitzung im Dezember mit großer Einmütigkeit die neue Gebäudekonzeption verabschiedet hatte, wurde die Gemeinde am Sonntag, dem 8. Februar über die Inhalte informiert und zur Diskussion eingeladen. Da die Gemeinde in Mündelheim von den Beschlüssen im besonderen Maße betroffen sein wird, wurde als Ort der Versammlung das Gemeindehaus „Emmaus“ in der Korbmacherstraße ausgewählt. Viele Mitglieder der Gemeinde nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuelle Situation der Gemeinde zu informieren. Nach fast zwei Stunden Information und offener Diskussion endete die Versammlung mit einem gemeinsamen Gebet.
 
Die Gebäudekonzeption der Ev. Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd
 
Trotz der angespannten Finanzlage geht es dem Presbyterium nicht allein darum, die notwendigen Einsparungen zu erreichen, um den Gemeindehaushalt auszugleichen. Das Konzept setzt auch neue inhaltliche Akzente für die Arbeit der Gemeinde. Die Kindertageseinrichtungen in Ungelsheim und Huckingen sollen in den nächsten Jahren saniert und umgebaut werden. Die Anerkennung als Familienzentrum wurde bereits beantragt.
 
Ein Schwerpunkt des Konzeptes liegt auf der Reduzierung des vorhandenen Gebäudebestandes. Durch dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen sollen die Energiekosten der Gemeinde gesenkt werden. Die verbleibenden Flächen sollen effektiver genutzt werden.
 
Das ursprünglich als Provisorium geplante Gemeindehaus an der Blankenburger Straße in Ungelsheim soll nach mehr als vier Jahrzehnten abgerissen werden. Dafür soll der bereits vorhandene Kirchsaal zwischen Turm und Kirche umgebaut und modernisiert werden.
In Huckingen stehen ebenfalls Sanierungsmaßnahmen an. Über den Verkauf eines der beiden Pfarrhäuser wird derzeit noch diskutiert. Offen ist noch, ob der Standort der Gemeinde im ehemaligen Pfarrhaus in Hüttenheim auf Dauer zu halten ist.
Bereits beschlossen wurde die Entwidmung des Gemeindehauses im Mündelheim als Gottesdienststätte. Dieser Beschluss ist die Voraussetzung für einen möglichen Verkauf des Gebäudes, dass sich durch seine Wabenbauweise für Praxisräume, als gewerbliche Fläche oder als Vereinshaus anbietet.
Allerdings hofft das Presbyterium, einen Käufer zu finden, der der Gemeinde gegen eine Kaufpreisminderung oder auf Basis eines langfristigen Mietvertrages die Nutzung der bisher kaum genutzten Räume im Souterrain des Hauses zu ermöglichen.
 
Mit ihren Angeboten möchte die Gemeinde auch in Zukunft in Mündelheim präsent bleiben. Die Raumfrage ist noch nicht abschließend geklärt. Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten wurden bereits Gespräche mit der katholischen Gemeinde und mit Mündelheimer Vereinen geführt. Dankbar sind wir für die Möglichkeit, zukünftig evangelische Gottesdienste in den katholischen Kirchen in Mündelheim und Serm halten zu können.
 
Hintergrundinformationen zur finanziellen Situation der Gemeinde
 
Bereits vor dem Bau des Evangelischen Gemeindehauses in Mündelheim im Winter 1982/83 war den damaligen Entscheidungsträgern bewusst, dass die Finanzierung des Gebäudes und seine dauerhafte Unterhaltung die Gemeinde vor eine große Aufgabe stellen würde. Darum wurde beschlossen, die Küster- und Hausmeistertätigkeiten in den Bezirken auf Basis des Ehrenamtes zu organisieren.
Mit wenigen Ausnahmen gingen seitdem die Einnahmen der Kirchengemeinde aus der Kirchensteuer von Jahr zu Jahr zurück, die Zahl der Gemeindemitglieder sank stetig – gerade auch durch Austritte von berufstätigen Mitgliedern. Heute bilden Kinder, nicht verdienende Ehepartner und Rentnerinnen und Rentner eine deutliche Mehrheit in der Gemeinde.
In der Folge wurde bereits das Gemeindezentrum in Hüttenheim verkauft und 1999 eine Pfarrstelle abgebaut. Heute verfügt die Gemeinde mit etwa 5.850 Mitgliedern neben den beiden Pfarrstelleninhabern und dem nebenamtlichen Kirchenmusiker und Reinigungskräften mit wenigen Wochenstunden über kein weiteres Personal mehr. Auch das ortsnahe Gemeindebüro wurde bereits vor einigen Jahren geschlossen.
Da die Kindertageseinrichtungen zum größten Teil über den Evangelischen Kirchenkreis Duisburg finanziert werden, hat die Evangelische Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd faktisch keine Möglichkeit mehr, Personalkosten im Haushalt einzusparen.
 
Wie viele Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland steht auch unsere Gemeinde trotz der erheblichen Einschnitte der letzten beiden Jahrzehnte im Jahr 2009 vor dem Problem eines unausgeglichenen Haushaltes. Die Gründe liegen in den gestiegenen Energiekosten und insbesondere in der verpflichtenden Rücklagenbildung für kirchliche Gebäude. Sie führt für unsere Gemeinde zu einer jährlichen Mehrbelastung von rund 50.000,-- €.
 
Bereits im Januar 2006 hat die Synode der Evangelische Kirche im Rheinland die Einführung des ‚Neuen Kirchlichen Finanzwesens‘ beschlossen. Damit wurde der Begriff des ‚Ressourcenverbrauchs‘ in das kirchliche Haushaltsrecht eingeführt, mit dem zwangsläufig die Substanzerhaltung der Gebäude angesprochen wird.
Bisher wurden im kameralen System der kirchlichen Haushalte lediglich Einnahmen und Ausgaben eines Haushaltsjahres dargestellt. Dadurch wurde nicht sichtbar, wie viel der den Kirchengemeinden zur Verfügung stehenden Finanzmittel für die von ihnen gehaltenen Immobilien und Inventars aufwenden müssten, um sie in den kommenden Jahren auf dem Stand zu erhalten, in dem sie sich zur Zeit ihrer Anschaffung oder ihrer Errichtung befunden haben. Diese Aufklärung wird nun über die Abschreibung erreicht. Das ist ‚im normalen Leben‘ nichts Neues, wenn es auch im kameralen System der Kirche bisher nicht angewendet wurde.
70% des Versicherungsneuwertes eines Gebäudes bilden die Grundlage für die jährlichen Abschreibung. Die Abschreibungsfrist von Kirchen beträgt 200 Jahre, von Gemeindezentren und Kindertageseinrichtungen 50 Jahre und von Pfarrhäusern 70 Jahre.
 
Ziel der Landeskirche ist es, zahlreiche Gemeinden vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren. Unter dem Druck der Einführung des ‚Neuen Kirchlichen Finanzwesens‘ und der verpflichtenden Rücklagenbildung ab dem Jahr 2009 in genannter Höhe sollen nun überfällige Entscheidungen fallen und das verbleibende Eigentum der Kirchengemeinden für zukünftige Generationen gesichert werden.
Dieser Aufgabe stellt sich die Evangelische Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd mit der nun vorliegenden Gebäudekonzeption.
 
gez. Pfarrer Rainer Kaspers
Autor: Redaktion - dieser Artikel hat 1 Kommentare

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