Riesenbaustelle auf dem Acker
Quelle:
vom 28.02.2012, Jessica Narloch
Duisburg
(RP). Der Deich in Mündelheim muss
zurückverlegt werden. Das ist lange bekannt. Doch überraschend ist die Nachricht,
dass für die Bauarbeiten schon ab Februar auf der B 288 eine neue Kreuzung
angelegt werden muss.

Die
Luftaufnahme zeigt die B 288 zwischen dem Rhein bei Uerdingen und Mündelheim.
Weil der Deich weiter ins Landesinnere verlegt wird,
brauchen
hier die Baufahrzeuge einen Weg in Richtung Deich. Foto: Stadt Duisburg
Acht Kilometer lang ist der Deich
entlang des Rheins in Mündelheim. In den kommenden Jahren soll er von
Düsseldorf bis nach Ehingen nach hinten verlegt und noch sicherer gemacht
werden. In Mündelheim wird der Deich knapp 500 Meter ins Landesinnere verlegt.
Für die Anwohner bedeutet das bald täglich bis zu 32 Lkw, die die Baustelle
dann ansteuern werden.
Bisher gibt es keine Möglichkeit,
die mit Erde beladenen Laster zum Deich zu fahren, da es auf dem dortigen
Abschnitt der B 288 keine Zufahrt gibt. Daher soll schon ab Februar eine neue
Kreuzung gebaut werden. Sie wird etwa auf der Höhe zwischen der Rheinbrücke und
Mündelheim liegen. "Der Ausbau ist die einzig genehmigungsfähige Möglichkeit",
betont Deichgräf Waldemar Kesicki
vom Amt für Umwelt und Grün der Stadt Duisburg bei der jüngsten Sitzung der BV
Süd.

Rund 26
000 Fahrzeuge werden täglich über die neue Kreuzung rollen. Sie wird mit
mehreren Fahrspuren
und Ampeln
ausgebaut. Foto: Stadt Duisburg
Als
Alternative war überlegt worden, dass die Lkw von der B 8 in Düsseldorf in
Richtung Wasserwerksweg abbiegen und so auf den Deich kommen. "Das
tangierte allerdings die Wasserschutzzone und fiel somit weg", erklärt der
Deichgräf. Auch die Alternative, von der B 288 über
den Holtumer Mühlenweg auf den Deich zu fahren, war
nicht durchsetzbar. "Es wurde eine zu hohe Immissionsbelastung der
Anlieger berechnet." Also bot sich noch die B 288 zwischen Rhein und
Mündelheim als Zufahrtsweg an. Daher soll hier die neue Kreuzung entstehen.
Vierspurig mit separaten Abbiegespuren, sechs Ampeln, Fußgänger- und Radwege
sowie Zebrastreifen – für die neue Kreuzung wird die B 288 an der geplanten
neuen Deichlinie fast doppelt so breit wie bisher.
Keine
Beeinträchtigung
"Wir
warten jetzt noch auf die Genehmigung. Die ist laut bisherigen Aussagen des
Landesbetriebes Straßen.NRW im Februar zu
erwarten", so Kesicki. "Die
Platzverhältnisse sind für die Zuwegung ausreichend.
Zudem gibt es keine Beeinträchtigung von Anliegern." Durch die neue
Kreuzung auf der B 288, die im Schnitt 26 000 Fahrzeuge am Tag passieren
werden, soll der Verkehrsfluss trotz der geplanten Ampeln nicht gestört werden.
"Es
gibt für die Baufahrzeuge extra Abbiegespuren, und wir wollen die Ampeln
mittels Induktionsschleifen so schalten, dass dort möglichst 'Grüne Welle'
herrscht", versichert Kesicki. Wenn im Februar
die Genehmigung erteilt wird, sollen unverzüglich die vorbereitenden
Rodungsarbeiten beginnen. Geplanter Baubeginn ist bereits im April, für die
Bauzeit sind fünf Monate angesetzt, so dass die Kreuzung im September fertig ist.