Bürgerverein Serm fordert zweite Anbindung
Quelle:  - Süd vom 07. 07. 2010, Martin Kleinwächter

 

 

Serm. Eine zweite, wesentlich ruhigere Anbindung in Richtung Ungelsheim ist aus Sicht des Bürgervereins nötig. Aber mit der Variante, die der Landesbetrieb Straßen NRW dazu entwickelt hat, ist der Bürgerverein nicht einverstanden.

Bekanntlich mündet die Straße „Im Heidberg“ zur Zeit nach einer scharfen 90-Grad-Kurve auf die Kreuzung mit B 288 und „Breitenkamp“. „Diese Kreuzung wird es künftig nicht mehr geben“, geben Rainer Kreh, seine Stellvertreterin Silke Düren und Schriftführer Bernd Baumann zu be­denken.

 

An ihre Stelle aber müsste eine Überführung treten. Um die nötige Höhe dafür zu ge­winnen, sah der Landesbetrieb zunächst vor, die Straße „Am Heidberg“ etwa 150 Me­ter nach Westen zu verlängern und auf einer Rampe diagonal über den Festplatz Breitenkamp zu führen und in einen dortigen Kreisverkehr mit An­schluss zum Friedhof münden zu lassen. Kreh: „Da die Rampe 25 Meter breit wäre, wäre der Festplatz zerschnitten.“

Das will der Bürgerverein nicht hinnehmen. Denn er weiß von älteren Überlegungen der Planer, die Brücke über die Autobahn schon viel weiter östlich, 200 Meter vor der heutigen Kreuzung, quer über die Autobahn zu führen. Das hätte den Vorteil gehabt, dass die Bewohner vom Breitenkamp keine Brückenrampen vor die Nase bekämen.

Da es südlich der künftigen Autobahn aber Probleme mit Hochspannungsmasten geben könnte, haben Kreh und seine Mitstreiter eine dritte Variante entwickelt: eine Querung rund 500 Meter weiter westlich im großen Bogen in Richtung Süden, sodass die neue Ortszufahrt im rechten Winkel auf der unbebauten Nordseite von „Am Lindentor“ mün­­den würde. Diese Lösung würde zwar einen Teil des Waldes nördlich der heutigen B 288 und damit des Schutzes vor der Industrie dort kosten, aber den Festplatz sichern. Und sie würde die ge­wohnte zügige Anbindung der Sermer an Huckingen erhalten.

Denn eine Variante dazu, die Verlängerung von „Am Heidberg“ bis zur Autobahn-Anschlussstelle „Mannesmann-Acker“, würde gleich den ge­samten Wald opfern und wäre für die Sermer in Richtung Huckingen zudem auch noch mit einem sehr großen Umweg verbunden.

Welche Lösung am Ende ge­funden wird, darauf will der Bürgerverein Einfluss nehmen. „Der Autobahn-Ausbau tut Serm nicht weh – solange es eine Anbindung am Heidberg gibt“, so Rainer Baumann.

Ob sich die Lärmsituation im Dorf dadurch aber verbessert, werden Gutachten im Rahmen der Planung zeigen. Vorgesehen sei eine, je nach Ausgang der Gutachten, 3,5 bis 4,5 Meter hohe Lärmschutzwand vom Heidberg bis in Höhe Serm Friedhof. Und dadurch könnten zwar An­wohner vom Breitenkamp bes­ser als heute geschützt sein, nicht aber ihre Hinterlieger, weil die Schallwellen im Bo­gen über die Wand gelenkt würden.