Neue
Autobahn durch Krefeld geplant
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vom 15.06.2010
Krefeld (RP) Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lässt
zurzeit Planungen für eine neue Autobahn durch Krefeld erstellen. Die
vierspurige Trasse soll die A57 ab der Ausfahrt Stadtmitte mit der A524 in
Duisburg verbunden werden. Für den Krefelder Osten hätte die Planung, die
frühestens ab 2015 umgesetzt wird, weitreichende Folgen.

Da der Bund nur eine Auffahrt auf Krefelder Gebiet
vorsieht und Krefelds Politiker auf eine bessere Anbindung des Hafens drängen,
würde die Auffahrt wohl in Höhe der Düsseldorfer Straße erfolgen. Das bedeutet
auch: Die Straßen Bruchfeld, Lange Straße und Königsberger Straße werden zu
Sackgassen. "Das könnte für zusätzlichen Verkehr in Uerdingen, Linn, Bockum und Oppum sorgen", sagt Krefelds Planungsdezernent Thomas
Visser.
"Zurzeit befinden wir uns noch in den allerersten
Planungen", erläutert Jochen van Bebeer, Leiter
der Projektgruppe bei Straßen NRW. "Aber wir wollen bis 2015 zum Baurecht
kommen." Er stellt klar: "Eine Erschließungsfunktion ist gar nicht
beabsichtigt. Da widersprechen sich die Interessen des Bundes und der Stadt
Krefeld.“
Für die Rheinquerung hat seine Projektgruppe drei
unterschiedliche Planungen erarbeitet. Eine sieht vor, die denkmalgeschützte
Uerdinger Rheinbrücke abzureißen, weil sie für einen je zweispurigen
Autobahnverkehr nicht ausreicht. Die zweite Variante sieht vor, die Brücke für
den Autobahnverkehr nach Duisburg zu nutzen und für den Verkehr aus Duisburg
eine zweite Brücke nördlich neben die bestehende Brücke zu setzen.
Die dritte Planungsvariante wäre für Krefeld noch
unvorteilhafter: der Bau einer neuen vierspurigen Autobahnbrücke neben der
Uerdinger Brücke. Dadurch würden auf Krefeld immense Kosten zukommen. "Die
Uerdinger Brücke ist durch ihre Nietenkonstruktion und ihr hohes Alter sehr
wartungsintensiv", berichtet van Bebeer. Zurzeit
zahlt der Bund im Schnitt pro Jahr mehrere hunderttausend Euro für den Erhalt.
Van Bebeer: "Braucht der Bund die Brücke nicht
mehr, wird die Stadt neuer Eigentümer.“