„Autobahn führt übers
Feld“
Quelle:
vom 10.10.2009
von Stefan Ossenberg
http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/768237/Autobahn-fuehrt-uebers-Feld.html
Duisburg (RP) An der Sermer
Straße soll die Anschlussstelle für Mündelheim und Serm
der Autobahn A 524 entstehen. Die Präsentation der ersten Entwürfe sorgte bei
Anwohnern der beiden Stadtteile auch für Unverständnis.

Eine Auffahrt für die
Brücke, über die dann die neue Autobahn, die auch auf dem Gelände des Kasselle Pitter Platz verlaufen
würde, stößt auf wenig Gegenliebe.
Süden "Ich will ihnen mal sagen, was
ihre Pläne für Auswirkungen für mich, als Anwohner in Mündelheim haben."
Klaus Lippert hat während der Unterbrechung der Sitzung der Bezirksvertretung
Süd die Chance genutzt, sein Anliegen vorzutragen. Der Mündelheimer
wohnt direkt neben der B 288, "direkt hinter der roten
Schallschutzwand", wie er sagt und ist einer derjenigen, die durch den
Ausbau der Straße zur Autobahn 524 am meisten betroffen sein werden.
Sieben Meter hoch
"Schon jetzt ist die
Schallschutzmauer drei Meter hoch. Wenn ich richtig gerechnet habe, müssen
doch, um die EU-Richtlinien für Schallschutz einzuhalten, die Wände bei einer
Troglösung noch erhöht werden?", so fragte Lippert. Nach seinen Berechnungen
würde dies bedeuten, dass die Mauern rechts und links eines möglichen Troges
bis zu sieben Meter hoch gebaut werden müssten.

Die Abfahrt an der B288 in
Höhe Serm soll komplett entfallen. Mündelheimer und Sermer bekämen einen
gemeinsamen Anschluss an die Autobahn.
Für den Stadtteilbewohner keine schöne
Aussicht, wie er selbst sagt. Und Jochen van Bebber,
Projektleiter von "StraßenNRW" bestätigt
seine Befürchtung: "Eine solche Höhe könnte bei einer Troglösung notwendig
sein." Dadurch würden erhebliche Kosten entstehen, in einer Höhe, die fast
an die Kosten für eine Tunnellösung heranreichen, wenn nicht sogar übertreffen
würden, so der Straßenplaner. Auf jeden Fall würde, egal ob Troglösung (also
eine Tieferlegung der Straße) oder Tunnellösung, der Lärm für die Anwohner sich
auf jeden Fall reduzieren, denn neue Normwerte der EU müssten eingehalten
werden, so van Bebber.
"Sieben Meter hohe Mauern wäre eine
Katastrophe für Mündelheim", findet deswegen nicht nur Dietmar Eliaß, Fraktionsvorsitzender der SPD im Süden der Stadt.
"Dadurch würde eine Zerschneidung des Stadtteils über Jahrzehnte
zementiert werden", gab Gisela Walsken,
SPD-Landtagsabgeordnete am Abend der BV-Sitzung zu Bedenken. Auch CDU-Ratsherr
Thomas Susen aus Buchholz sieht in Höhe Mündelheim nur einen Tunnel als Lösung,
wie er sagt.

Hier, an der Sermer Straße,
soll, wenn alles nach Plan läuft, ab 2015 eine Autobahnauffahrt für die A 524
entstehen. Noch ist hier jedoch freies Feld, auf dem Bauern Getreide und Gemüse
anbauen. RP-fotos (3): Andreas Probst
Parteien sind sich einig
Einig sind sich beide großen Parteien auf
allen politischen Ebenden, dass der Ausbau der B 2888
zur Autobahn nur so Sinn machen würden, wie sie
gestern bekräftigten. "Wir sind nur für die Autobahn, wenn es einen Tunnel
gibt", so Eliaß. Zudem müssten die
städtebaulichen und menschlichen Faktoren beachtet werden.
Sind die Mündelheimer
doch auch mit einem drohenden Zementwerk auf Uerdinger Rheinseite doppelt vom
Feinstaub belastet. Bei dem Lösungsvorschlag von "StraßenNRW"
zur Anbindung des Mannesmannackers sieht Thomas Susen keine Option, den
Festplatz der KG Südstern, an dem die Schützen Serms
beteiligt sind, als mögliche Fläche für eine Auffahrt zu einer Brücke über die
Autobahn zu nutzen (die RP berichtete gestern). "Ich kann mir nicht
vorstellen, dass ein solch aktiver Verein, der das Gelände erst vor zwei Jahren
gekauft hat, durch die öffentliche Hand enteignet wird", so der Ratsherr.
Dafür werde er sich einsetzen.