Planungsarbeit Ausbau B288 / A524
Quelle:
Duisburg Süd, 05.05.2009, Text: Martin Ahlers; Foto: Hans Blossey

Der Ausbau der B 288 zur Autobahn A 524 zwischen Rahm und der B 8 steht
in den Startlöchern. Der Lückenschluss zwischen Huckingen
und der A 57 inKrefeld-Uerdingen soll folgen. Er wird
vor allem von den Mündelheimern sehnlichst
erwartet. Bei der letzten Zählung vor vier Jahren rollten täglich 23 000
Fahrzeuge gezählt. Auf 43 000 soll die Zahl ansteigen bis 2020. Ungewiss ist
derzeit, ob bis dahin der Autobahn-Ausbau passieren wird.
Die gute Nachricht: Voraussichtlich wird die Autobahn in einem Trog,
eventuell auch in einem Tunnel auf der bestehenden Trasse durch Mündelheim geführt.
Geplant wird das Projekt in der Regional-Niederlassung Niederrhein des
Landesbetriebs Straßen.NRW in Krefeld. Die
Vorbereitungen für den Autobahnbau beginnen, wenn im nächsten Jahr der
Rheindeich auf der Duisburger Seite neu gebaut wird. Der neue Deich entsteht
auf halber Strecke zwischen Mündelheim und Brückenkopf. „Es ist
abgestimmt, die B 288 in bestehender Form anzupassen und ab Deich aufzuständern”, erklärt Duisburgs Deichgräf
Helmut van Wickeren.
„Aber einen gleichzeitigen Autobahnausbau wird es nicht
geben”, sagen Joachim van Bebber und Michael
Kaufmann, die Planer bei Straßen. NRW. Sie werden ihre Planung zwar im Frühjahr
2010 abschließen, für eine Ausbau-Variante wird sich aber der Bund frühestens
Mitte 2010 entscheiden. Dann muss die Finanzierung geklärt werden: Derzeit ist
das Projekt im sogenannten „weiteren Bedarf” des
Bundesverkehrswege- Plans. Fortgeschrieben wird der voraussichtlich 2015. Wann
letztlich mit dem Bau begonnen wird, bemisst sich am Geld, das für den
Autobahnbau zur Verfügung steht. Eine Nord- oder Süd-Umgehung von Mündelheim
sei nicht untersucht worden, so die Planer.
Zu groß wäre der Schwenk Richtung Norden gewesen, um beim Anschluss an
die Rheinbrücke den Maximal- Radius einzuhalten. Richtung Süden hätte derWegüber eine neue Rhein-Brücke zum A 57-Anschluss Krefeld-Oppum führen können. „Doch durch drei FFH-Gebiete wären wir kaum durchgekommen”, sagt
Kaufmann. Eine neue Rheinbrücke nördlich des bisherigen, denkmalgeschützen
Bauwerks, muss es auf jeden Fall geben. „Wir untersuchen die
unterschiedlichsten Varianten”, sagt van Bebber.
Klären müssen die Planer, ob eine zweispurige Brücke ausreicht, oder ob für
vier Spuren gebaut werden muss. Vorgabe: für landwirtschaftliche Fahrzeuge soll
die Querung möglich bleiben.
Bleibt die
Ortsdurchfahrt Mündelheim: „Ein Tunnel im Ortskern wäre die optimale
Lösung”, glaubt Michael Kaufmann. Aber: Ein Deckel macht’s teuer.
Ausreichenden Lärmschutz würde auch ein etwa 500 Meter langer Trog ohne Deckel
bieten. Der Verkehr aus Richtung Hüttenheim, der jetzt über die Uerdinger
Straße rollt, würde künftig über eine neue Verbindung von der Mannesmannstraße,
vorbei am Werk von Thyssen-Süd, die Autobahn erreichen. Ein Ausbau der Straße
„Am Röhrenwerk” zu diesem Zweck ist nicht möglich. Zwischen Serm und Ungelsheim soll eine
Brücke über die Autobahn führen. „Kritisch” ist für die Planer der
Abschnitt zwischen Brücke undA 57mit Gleisanlagen auf
der einen, Unternehmen auf der anderen Seite. „Es kann schlimmstenfalls
dazu führen, dass aus dem Autobahn- Ausbau nichts wird”, so van Bebber und Kaufmann. Dann bliebe nur, Pläne für die
Süd-Umgehung von Mündelheim erneut aus der Schublade zu holen. Wann daraus aber
eine Autobahn werden könnte, steht angesichtss der
hohen Kosten aber gänzlich in den Sternen.
