Autobahnanschluss: Krefeld bekommt eine zweite Rheinbrücke  
Quelle:  vom 15.01.2008

http://www.wz-krefeld.de/sro.php?redid=192353

 von Mirko Braunheim

 

Die Rheinbrücke, die Uerdingen mit Mündelheim verbindet.

Neben dem Bauwerk wird nun eine weitere Brücke geplant.

(Foto: Dirk Jochmann)

 

 

 

 

Die B 288 soll zur A 524 ausgebaut werden. Weil die Uerdinger Brücke nicht Schnellstraßen-tauglich ist und unter Denkmalschutz steht, muss eine zusätzliche her.

Krefeld. Krefeld erhält einen neuen Autobahnanschluss: Der Landesbetrieb Straßenbau hat damit begonnen, den Ausbau der Bundesstraße 288 zur vierspurigen Autobahn 524 auch im Krefelder Bereich konkret zu planen. Ab der Berliner Straße im Bereich der A57-Anschlussstelle Zentrum soll die Schnellstraße beginnen und bis hinter den heutigen Knotenpunkt A59/A524 ausgebaut werden – ein knapp zwölf Kilometer langes Stück. 

Eine besondere Herausforderung wird dabei die Rheinquerung werden. Denn die Brücke über den Strom, Wahrzeichen Uerdingens, ist mit ihren zwei Spuren für eine Autobahn nicht geeignet und kann auch nicht ausgebaut werden. Da sie unter Denkmalschutz steht, stellt sich die Frage eines Abrisses glücklicherweise erst gar nicht. Der Landesbetrieb plant deshalb eine zweite Rheinbrücke.

Wo diese gebaut werden könnte – auf der Hafen- oder der Uerdinger Seite der heutigen Brücke –, ist noch völlig offen, sagt Henning Stier vom städtischen Fachbereich Planung. Vor zwei Wochen sei die Stadt Krefeld vom Landesbetrieb über erste Überlegungen informiert worden.
Es sei auch bereits ein Gutachten erstellt worden, das aber noch nicht vorliege. Denkbar sei sowohl eine neue zweispurige Brücke, so dass auch die aus dem Jahr 1936 stammende Brücke den Verkehr einer Fahrtrichtung aufnehmen könne. Im NRW-Verkehrsministerium wird sie aber als Sanierungsfall angesehen.

„Eine von mehreren möglichen Varianten ist aber auch, eine vierspurige Autobahnbrücke zu bauen und die heutige Rheinbrücke nur noch für landwirtschaftlichen Verkehr und Fußgänger zu nutzen“, so Stier. Wie weitere Anbindungen in Krefeld erfolgen könnten, sei noch völlig offen. „Aber natürlich haben wir ein Interesse daran, möglichst viele zu haben.“

Noch sind die Überlegungen für den Ausbau zur Autobahn sehr frisch, sagt Nikolai Weber, zuständiger Projektgruppenleiter bei der Niederrhein-Niederlassung des Landesbetriebs in Mönchengladbach. Schon bald sollen sie aber konkrete Formen annehmen. Eine Planungsgruppe, die im Dezember eingerichtet worden ist, will die Details nun ausarbeiten.

Zwar ist der 8,7 Kilometer lange Abschnitt von Uerdingen bis nach Duisburg-Serm bislang nur als „weiterer Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan angegeben. Aber: „Wir arbeiten bereits mit Planungsrecht. Das heißt, wird können alles fertigstellen bis auf das Planfeststellungsverfahren“, so Weber.

Dies könnte sich nach Einschätzung Webers aber bereits im kommenden Jahr ändern. Im besten Falle wäre die komplette Planung 2010 abgeschlossen – wenn es nicht zu Widersprüchen im Planfeststellungsverfahren kommt, die bei Autobahn-Bauten eher die Regel als die Ausnahme sind. Letztlich dient es ja dazu, die Umweltverträglichkeit zu überprüfen und Bedenken abzuwägen. Gebaut werden kann freilich erst, wenn der Bund die Gelder dafür freigibt. Allein das 8,7 Kilometer lange Stück zwischen Krefeld und Serm soll 80 bis 90 Millionen Euro kosten.

Weiter ist der Landesbetrieb schon bei der Planung für ein drei Kilometer langes, rund 20 Millionen Euro teures Teilstück der A 524 zwischen Duisburg-Serm und -Rahm. Da damit die für 2009 geplante Anbindung der B8n im

Bereich Düsseldorf-Angermund verknüpft ist, wird es hier zügiger vorangehen. Das Stück ist zudem bereits als „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan eingestuft.

 

Autobahn-Bau

Rheinbrücke: Bereits 2006 hieß es aus dem NRW-Verkehrsministerium, dass die Uerdinger Rheinbrücke einem weiteren Verkehrsanstieg nicht gewachsen sei. Zwar habe der Bau der Flughafenbrücke (A44) für eine Reduzierung des Verkehrs gesorgt; es sei aber eine Zunahme des Schwerlastverkehrs zu erwarten. Mittelfristig müsse die Brücke daher saniert werden.

Tunnelfrage: Aus Duisburg-Mündelheim werden für den Fall des Autobahnbaus in dem Stadtteil Rufe nach einem Tunnel laut. Nikolai Weber vom Landesbetrieb Straßenbau bestätigt diese Forderung. Er geht davon aus, dass bei Mündelheim in jedem Fall eine Tieflage der Autobahn geplant wird. Ob dies in Form eines Tunnels der Fall sein wird, könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen.