Interessengemeinschaft
gegen die Deichrückverlegung
im Mündelheimer Rheinbogen
Die Deichbetroffenen · Kegelstraße 148 · 47259 Duisburg
An die
Bezirksvertretung DU-Süd
Bezirksvorsteher
Herrn Thomas Susen
Sittardsberger AIlee 14
47249 Duisburg Duisburg 09.05.2001
Geplante Deichsanierung im Miindelheimer Rheinbogen
Sehr geehrter Herr Susen,
die Bezirksvertretung wurde vor nunmehr 1 1/2 Jahren durch die Mitteilungsvorlage vom
17.2.2000 mit einem Bericht zur Vorplanung und Machbarkeit einer Deichrückverlegung im
Rheinbogen Duisburg - Mündelheim informiert. Die damaligen Pläne wurden zwischen
Verwaltung,
Politik und betroffenen Bürgern und Vereinigungen heftig diskutiert, mit dem
Ergebnis, dass
durch die Stadt Duisburg - Herr van Wickeren - nach Alternativen gesucht
und eine neue
Planungsgrundlage erstellt werden sollte.
Ein konkreter Vorschlag ist hieraus jedoch bis heute nicht entstanden.
Angekündigt wurde dieser Vorschlag anlässlich eines Ersuches, den einige Vertreter der
Bürgerinitiative Herrn van Wickeren vor einigen Wochen abstatteten, für den Oktober
diesen
Jahres. Während des Gespräches erklärte Herr van Wickeren, dass man eine
weitere
Alternative ( Variante 4") ausgearbeitet habe. Die für uns wichtigsten Informationen
hierzu
waren, dass nach wie vor eine Deichrückverlegung angestrebt wird, durch die
> Teile Rheinheims verschwinden würden,
> die Sportanlage des TUS-Mündelheim nicht betroffen wäre,
> landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren gehen würden und
> eine Aufständerung der B 288 notwendig würde.
Die Gefahr nasser Keller sei durch eine ortsferne Trassenführung und entsprechende
Dichtungsmaßnahmen nicht mehr gegeben.
Eine fundierte inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Vorstellungen ist für die
Bürgerinitiative
erst dann sinnvoll, wenn hierzu eine Konkretisierung z.B. in Form einer
erneuten Mitteilungsvorlage
an die Bezirksvertretung erfolgt. Die von der Bürgerinitiative in
der Vergangenheit vorgebrachten
grundsätzlichen Bedenken gegen eine Deichrückverlegung
sind jedoch auch durch die "Variante 4"
nicht vom Tisch.
Dies ist für uns auch deshalb unverständlich, weil man
offenbar in anderen, zunächst auch als
Retentionsraum vorgesehenen Gebieten
(Niederkassel, Ilvericher Bruch, Bylerward), diese
Absichten aufgegeben hat.
Um Missverständnisse zu vermeiden: Auch wir setzen uns für
einen effektiven Hochwasserschutz ein.
Wir halten es jedoch für sinnvoller,
dieses Ziel durch eine Sanierung der bestehenden Deichanlage
zu erreichen als
durch eine Rückverlegung.
Die Deichsanierung sollte dabei nun
endlich mit aller Kraft möglichst zeitnah realisiert werden.
Hierfür sprechen
nicht alleine sicherheitstechnische Aspekte, sondern auch die Überlegung,
dass
zur Zeit noch dafür zur Verfügung stehende finanzielle Mittel dritter Stellen
unter dem
finanziellen Druck in den öffentlichen Kassen irgendwann nicht mehr
zur Verfügung stehen
könnten und der Gedanke, dass die Stadt Duisburg im Falle
eines Schadensereignisses an der
alten Deichanlage auch regresspflichtig sein könnte.
Die Voruntersuchungsphase war aus unserer
Sicht sicherlich ausreichend lang, da
die Stadt Duisburg bereits mit der Drucksache 2785 vom
30.8.1996 einen Auftrag
zur Machbarkeitsstudie erteilt hat.
Wir bitten deshalb die
Bezirksvertretung, die Stadt Duisburg zu veranlassen, nun endlich
konkrete Pläne
vorzulegen.
Um in den dann möglichen Beratungen
keinen weiteren Zeitverzug eintreten zu lassen, bitten wir,
bevor es zu
Beratungen der vorliegenden Plänen in der Bezirksvertretung kommt, um ein
parteiübergreifendes Gespräch mit Mitgliedern der Bezirksvertretung. Unser
Ziel ist dabei,
bereits im Vorfeld von Entscheidungen und juristischen
Beteiligungsmöglichkeiten Gespräche mit
allen Betroffenen mit dem Ziel zu führen,
Transparenz über die jeweilige Interessenlage zu schaffen.
Dies ist nach
unserer Auffassung Voraussetzung für einen, auch von der Bürgerinitiative
angestrebten
Konsens zu einer raschen Deichsanierung im Mündelheimer
Rheinbogen.
Wir würden uns freuen, wenn ein
solcher Informationsaustausch bald realisiert werden könnte und
erwarten hierzu
Ihre Rückäußerung.
Wir bitten Sie, die Mitglieder der Bezirksvertretung über unser Schreiben zu informieren,
mit freundlichen Grüßen
gez. Klaus Lehnen