Einer
von uns:
Pastor Roland Winkelmann
Quelle:
vom 30.09.2009
Ein Sternchen für Herrn Pastor
Pfarrer
Roland Winkelmann ist ab morgen „Chef" aller katholischen Gemeinden
im Duisburger Süden
Gabriele Beautemps
„Ich
bekomme jetzt ein Sternchen mehr",
schmunzelt Roland Winkelmann. Heute beginnt
sein letzter offizieller Arbeitstag als Pastor der Mündelheiter Gemeinde St. Dionysius, ab morgen
zeichnet er als Pfarrer für die Großpfarrei St.
Judas
Thaddäus, zu der alle sechs Gemeinden des Duisburger Südens gehören, verantwortlich.
Damit wandern die schrillen Portraitfotos, die Winkelmann im
Andy-Warhol-Stil zeigen und die Jugendliche aus Essen-Burgaltendorf dem
damaligen Kaplan zum Abschied aus ihrer Gemeinde geschenkt haben, mal wieder in
den Umzugskarton. Die letzten neun Jahre hat Roland Winkelmann in Mündelheim
verbracht. Die Gemeinde verabschiedete ihren Pastor am Wochenende mit einem Erntedank-Gottesdienst auf den Holtumer Hö-
»Ursprünglich
wollte ich
eigentlich mal
Dolmetscher werden«
fen.
Ein boaenstanaiger Gottesdienst - so wie es wohl der
Persönlichkeit Winkelmanns entspricht. Er ist kein Freund allzu großer Worte, obwohl die Verkündigung
des Gotteswortes zu seiner Profession gehört.
Die
Sprache hat den gebürtigen Duisburger
schon immer interessiert.
„Ursprünglich wollte ich mal Dolmetscher werden". In der Oberstufe entschied sich der Pennäler,
Jahrgang '64, dann doch für die Theologie. Konsequent absolvierte er seinen
Weg: Studium in Bochum und Trier, 1990 Priesterweihe und die erste Kaplanstelle
in Essen-Burgaltendorf.
Was
hat ihn in seiner Mündelheimen Zeit besonders beeindruckt? „Erst einmal
die Kirche selbst. Eine 800 Jahre alte romanische Kirche findet man im
Ruhrgebiet nicht oft", erzählt der Pfarrer. Und persönlich? „Die
hervorragende Zusammenarbeit der Gemeinden Mündelheim und Serm".
Auch das sei durchaus
selten. Wenn zwei Gemeinden zusammengelegt werden, mache sich oft ein
ausgeprägtes Kirchturmdenken breit.
Ein
einschneidendes Erlebnis sei die Schließung der Kirche Maria Himmelfahrt gewesen.
„Ich kann mir gut vorstellen, wie
schwer es für die Leute war, die dort getauft wurden und dort ihre
Angehörigen verabschiedet haben", so Winkelmann.
Was hat er sich in seiner neuen
Funktion in Buchholzvorgenommen? „Man muss es schaffen, die jungen Leute nach der Firmung weiter für die Kirche zu interessieren", so Winkelmann. Aus diesem Grunde will er die
Jugendkirche in St. Joseph in Wedau unterstützen.
Hier soll die begonnene Arbeit fortgesetzt
und ein Treffpunkt für Jugendliche
aus dem
ganzen Duisburger Süden etabliert werden.
„Natürlich auch, wenn Pfarrer Fey im
November geht", erklärt Pfarrer Winkelmann. Schon jetzt findet
jeden letzten Sonntag im
„Bloß
nicht zu viel Konferenzen". Fotos: Ulla Emig
Monat um 18 Uhr in der Wedauer Kirche am Kalkweg ein Jugendgottesdienst statt.
Als Pastor wird Winkelmann ab Oktober die Gemeinde
St. Judas Thaddäus, zu der 7000 Katholiken gehören, betreuen. Als Pfarrer ist er für die gleichnamige Großpfarrei zuständig. „Ich hoffe, dass genug Zeit
für die Gemeindearbeit bleibt und die Verwaltung und Konferenzen nicht überhandnehmen",
so der Pastor.
Bevor die Weihnachtszeit, die
„Hochsaison" für einen Geistlichen, beginnt, verabschiedet sich
Roland Winkelmann erst einmal in den Urlaub nach Vietnam. „Es ist gut, wenn
man erholt in die Weihnachtszeit geht", sagt der weit-gereiste
Pfarrer, der bereits Namibia, Mexiko und China besucht hat. Als Abschiedsgeschenk aus Mündelheim nimmt er übrigens ein
Landschaftsbild des Duisburger Malers Hans Büning mit - die Zeiten als Kaplan
sind vorbei.
Hintergrund
Großpfarrei
Pfarrer Roland Winkelmann leitet ab 1. Oktober die Großpfarrei St. Judas Thaddäus. Er löst damit Pfarrer Mertes ab,
der nach Gelsenkirchen geht. Zur Pfarrei gehören alle sechs Gemeinden im Duisburger
Süden: St. Judas Thaddäus, St. Dionysius, St. Stephanus,
St. Peter & Paul, St. Joseph u. St. Franziskus.