Einer von uns
Pastor Schragmann
Quelle:   vom  22.12.2009, Martin Kleinwächter

Der neue Pastor in Mündelheim

Süd, 22.12.2009, Martin Kleinwächter

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Rolf Schragmann (58) wuchs in Großenbaum auf und war zuletzt Pastor in Bochum-Wattenscheid

Der Duisburger Süden ist für Rolf Schragmann kein unbeschriebenes Blatt. Der neue Pastor der katholischen Gemeinden Sankt Dionysius Mündelheim, Herz-Jesu Serm und Sankt Stephanus Ungelsheim/ Maria Himmelfahrt Hüttenheim ist schließlich in Großenbaum aufgewachsen. Hier fand der heute 58-Jährige zur katholischen Jugendarbeit. Und nach dem Abitur 1974 am Städtischen Neusprachlichen Gymnasium an der Bismarckstraße in Neudorf fiel die Entscheidung, in Bochum Theologie zu studieren.

Über die Facetten seiner Weltanschauung schweigt Rolf Schragmann. „Die Leute werden schon merken, wie ich ticke”, sagt er. Nur soviel sei verraten: Seine katholische Jugendarbeit war von sozialem Engagement geprägt. Und von der Schule her brachte er großes politisches Interesse mit. Kirchengeschichte, Existenzfragen an der Grenze von Theologie und Philosophie, also Fundamentaltheologie, und die Auslegung der Bibel waren die Fächer, die ihn besondes interessierten. „Ich wusste, ich kann damit Priester werden”, sagt er. Dennoch sei es keine einmalige Entscheidung, sondern ein Prozess gewesen, der dazu führte.

In Gelsenkirchen-Buer empfing Schragmann 1984 die Priesterweihe, war anschließend als Kaplan in Bottrop tätig. 1988 verschlug es ihn nach Norddeutschland, in die Militärseelsorge am Bundeswehr- Standort Rendsburg. Seine Zeit in der „Kirche unter Soldaten” bis 2001 hat ihn deutlich geprägt. Rolf Schragmann könnte abendfüllend über seine dortigen Erlebnisse erzählen. Vom Totalverweigerer etwa, der weder die Uniform anziehen noch den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigern wollte. Oder von den Luftwaffen-Einsätzen während des Kosovo-Krieges von Italien aus, die er begleitet hat. „Ich habe es gerne gemacht, war aber auch froh, als es vorbei war”, gesteht der Pastor über diese Zeit. Die heutigen Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan sind seiner Ansicht nach eine Sache für Staatsrechtler. Schragmann fragt, ob sie vom Verteidigungsauftrag des Grundgesetzes abgedeckt sind.

Im Anschluss ging es als Pfarrer und zuletzt als Pastor in die Wattenscheider Gemeinde Herz Mariä. Früher als erwartet wurde er versetzt, in die beschauliche Vorortgemeinde Mündelheim. Mit ihrer 800-jährigen Geschichte will er sich noch befassen. In der an Gottesdiensten reichen Weihnachtszeit zählt er auf die Hilfe seiner Mitbrüder im Ruhestand. Und wenn Rolf Schragmann etwas Freizeit verbleibt, dann arbeitet und bastelt er am Computer. Denn von der ersten Generation in den 1980er Jahren an hat er ihn sich auch beruflich, zur Bild- und Filmvertonung, zunutze gemacht