Einer von uns:

Jürgen Schaumlöffel
Quellen: RP, DerWesten/ WAZ vom 16.04.2009

 

Spargelzeit in Mündelheim



Spargel aus dem Rheinbogen
16.04.2009 / Lokalausgabe
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/sued/2009/4/16/news-117252911/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/sued/2009/4/16/news-117255611/detail.html


   Foto: Jürgen Metzendorf Martin Ahlers    

Der Frühlingsbeginn hat Jürgen Schaumlöffel auf dem falschen Fuß erwischt. Schon seit Tagen drängte der Spargel ans Licht, doch die polnischen Erntehelfer feierten noch Ostern, als sie der Hilferuf des Mündelheimer Landwirts erreichte. „Es war nicht länger rauszuschieben", sagt Schaumlöffel. Also ließ die achtköpfige Stammtruppe den Feiertag ausfallen und griff am Ostermontag zum Stecheisen.

Höchste Zeit: „Die Köpfe haben sich schon ein wenig geöffnet. Den Geschmack ändert das aber nicht", betont Schaumlöffel. Das sei ja beim grünen Spargel immer so.

Die Anbaufläche auf dem Ellerhof wurde für diese Saison erneut ausgeweitet. Nach knappen zwei im vergangenen Jahr sprießen nun drei Hektar der frühen Sorten Ravel und Gijnlim in den Dämmen.

Ist die plötzliche Wärme und das damit verbundene große Angebot ein wirtschaftlicher Nachteil für den Landwirt? „Nicht unbedingt", sagt Schaumlöffel. Zwar lägen nun zum Saisonbeginn die Preise wohl niedriger, „aber die Stechkosten reduzieren sich, wenn man nicht für jede Stange so weit laufen muss."

Überhaupt, im Wettbewerb der Bauern um den ersten heimischen Spargel ist der Mündelheimer aufgrund des schweren Boden gegenüber den Kollegen mit leichten Sandböden im Hintertreffen. Da machen Experimente mit Folien, Tunneln und Doppel-tunneln nur bedingt Sinn.

Sauber sortiert wird das Edelgemüse ab sofort im Hofladen am Rheinfeldsweg angeboten. Schälen müssen die Kunden selbst, aber das steigere die Vorfreude auf den anschließenden Genuss und sei außerdem auch „etwas Sinnliches", sagt Jürgen Schaumlöffel. Wer dem nicht folgen mag, genießt die weißen Stangen bei den Gastronomen, die sich in Mündelheim eindecken, oder im hofeigenen Cafe´. Dort gibt's ab dem Wochenende Spargel in vielen Variationen.

Übrigens: Unter dem Markenzeichen „Rheinbogen-Spargel" will Jürgen Schaumlöffel künftig sein Edelgemüse vermarkten. Das erleichtert die Wiedererkennung des Erzeugers aus der Nähe. „Und Rheinbogen-Spargel darf natürlich auch krumm sein", schmunzelt Schaumlöffel.

 

 

 

   Willi Mohrs (Text)                       Jürgen Metzendorf (Fotos)

In den schmucken Stuben des Ellerhofes gilt es zu Beginn der Spargelsaison eine klare Linie: „Im Moment machen wir es nur klassisch", sagt Kerstin Schaumlöffel. Und das heißt: Die weißen Stangen des königlichen Gemüses in Wasser gekocht, je nach Dicke der Stangen 10 bis 15 Minuten, nur mit einer Prise Zucker und Salz, dazu ein Stich Butter.

Auch bei den Beilagen, die samstags ab 12 Uhr am Rheinfeldsweg in Mündelheim aufs Spargelbuffet kommen, herrscht Konzentration auf das Wesentliche: vorab eine Spargelsuppe, dann zum Gemüse nur Kartoffeln, Sauce hollandaise sowie roher und gekochter Schinken aus der hessischen Metzgerei der Schwester.

Die Gäste im Bauern-Café des Ellerhofes kommen „von überall", aus Duisburg wie aus Düsseldorf, sagt Landwirt Jürgen Schaumlöffel. Auch Krefeld ist in Blickweite. Der Spargel hingegen hat's nicht weit: Drei Hektar umfasst die einzige Anbaufläche im Stadtgebiet, und wer vom Cafétisch aufsteht, kann die Erntehelfer beim Stechen der edlen Stangen beobachten. „Der Spargel von heute ist frühestens morgen auf dem Teller", sagt Schaumlöffel (siehe „Drei Fragen an...).

Sieben Tonnen Spargel-Rohware sind pro Hektar zu erwarten. Verkauft wird er in verschiedenen Handelsklassen, die zarten Spargelköpfe gibt's auch ohne restliche Stange.

Mündelheimer Rheinbogenstangen" nennt Schaumlöffel seinen Spargel, den er seit 2004 ab Hof verkauft. Der Boden besteht anders als in klassischen Anbaugebieten nicht nur aus Sand, sondern auch aus Lehm-Anteilen. Ob das der Qualität zuträglich ist, will der Landwirt nicht behaupten, aber er hat festgestellt: „Die Leute kommen immer wieder und sie wollen immer mehr Spargel."

Und wenn die den Anbauer fragen, erhalten sie auch ein bisschen – oder ein Bisschen – Spargelverstand dazu. Etwa was das Schälen angeht: Das könne man sich nämlich auch sparen oder aufs untere Ende beschränken, wenn die Stangen entsprechend dünn sind. Und auch das Kochen müsse nicht unbedingt sein. Sagt's und beißt in eine rohe, absolut frische Stange. Sie schmeckt ein wenig nach jungen Erbsen, und sie schmeckt gut!

Verkauft wird der Spargel ungefähr sechs Wochen lang, täglich ab Hof zwischen 8 und 19 Uhr.

Im Hofladen gibt es die edlen Stangen sortiert nach Handelsklassen – und damit auch nach Preis. Feucht halten – das ist eine Voraussetzung, um wirklich frischen Spargel anbieten zu können. Und eben die Kühlung nach der Ernte.

 

 

Sonne läßt Spargel sprießen
http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/697018/Sonne-laesst-Spargel-spriessen.html 

 

 

Frisch vom Hof

http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/697017/Frisch-vom-Hof.html