Einer von uns:
Heinz Höffges aus Rheinheim

Quelle:  vom 3.11.2009


Andrea Müller
Mündelheim. Ein Sonderein­satz steht für Heinz Höffges und sein Karlchen jedes Jahr im November an. Ross und Reiter aus Rheinheim führen den Martinszug in Mündel­heim an - rund 400 Kinder und Erwachsene mit leuchtenden Laternen folgen ihnen.

Lampenfieber vorm Auf­tritt? Haben der Nebener­werbslandwirt und sein 13­jähriger Warmblüter schon lange nicht mehr, sie sind ein eingespieltes Team. Höffges mimt den St. Martin schon seit fast 20 Jahren, sein Pferd - ein ungarischer Nonius - ist seit sieben Jahren mit dabei. „Es ist schon das dritte Pferd, mit dem ich beim Martinszug antrete", erzählt Höffges. Nicht jeder Zosse sei für  ein solches Spektakel geeig net. „Das Tier darf keine Angst vorm Funkenflug haben", er­klärt der Hobbyreiter (Reiter­verein Serm). Deshalb hat er Karlchen damals - vorm aller­ersten Mal - auch intensiv ge­testet. „Ich hab' ein Feuer ge­macht und bin mit ihm zigmal drumherum gelaufen. Er blieb ganz ruhig", berichtet er. Eine ideale Besetzung ist der brave Schwarze aber auch deshalb, weil er nicht lärmempfindlich ist. Die Musik von den Mün­delheimer und Sermer Tam­bourscorps und der Gesang der Kinder machen ihn über­haupt nicht nervös. Egal, ob's stürmt, regnet oder schneit - Heinz Höffges und Karlchen stehen parat. In Mündelheim in jedem Jahr. In Wanheim und Hüttenheim ab und zu, aushilfsweise (diesmal nur in Hüttenheim). Warum der 61-jährige, der hauptberuf­lich als Rohrwerker beim Großrohrhersteller Europipe (Mülheim) arbeitet, einst die­sen ehrenamtlichen Job über­nahm und weiterhin ausführt? „Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis. Die kleinen Kinder glauben die ganze Geschichte ja noch. Und wenn man ihre leuchtenden Augen sieht, das ist einfach schön."

Bevor alles losgeht, traben Karlchen und Höffges zum Hof von Bauer Mosch, wo der Martinsdarsteller sich einklei­det - mit Mantel, Mütze und Stab) (eher Bischof als Ritter). Dann geht es weiter zur Grundschule Im Reimel, wo der Zug startet. Anders als an­dernorts: In Mündelheim ste­hen zuerst Feuer und Mantel­teilung auf dem Programm, dann erst beginnt der Marsch. Nach der Rückkehr hilft der heilige Mann beim Verteilen der Martinstüten mit. Nicht allen Knirpsen kann Heinz Höffges übrigens vor­gaukeln, der St. Martin zu sein. Im letzten Jahr rief jemand aus der Menge plötzlich „Hallo Opa!". Als der Reiter hin­schaute, stand da seine kleine Enkelin (jetzt vier Jahre) und winkte begeistert. Ertappt!

 

 

SEIT ÜBER 100 JAHREN

 

Ein eigenes Komitee

Der Mündelheimer Martinszug wird vom .Martinskomitee" -einem seit über 100 Jahren bestehenden eigenständigen Verein - organisiert (Vorsitzen­der: Dirk Rahmacher, der Hausmeister der Grundschule Im Reimel). Über 25 ehren­amtliche Helfer aus dem Stadtteil treiben nicht nur Spenden ein, sondern packen in einer Großaktion auch 650 Martinstüten für die Mündel­heimer Kinder. Marken-Süßwa­ren im Wert von rund 3800 Euro stecken darin. Zudem werden 1000 Weckmänner ausgegeben.

 

Mündelheimer Martinszug: 6. 11., 17 Uhr; Hüttenheimen Zug: 4. 11., 17.30 Uhr (jeweils ab Grundschulhof)