Einer von uns:
Giovanni Lo
Bue
Quelle:
vom 27.10.2009
Keine unterhemdartigen Shirts
Taxi-Knigge gibt den Fahrern konkrete Tipps.
Kunden müssen nicht in verdreckte Autos steigen
Ursel Beier
Es
müffelt, der Sitz ist fleckig. Wer möchte
schon mit so einem Taxi fahren?
Böse
Überraschungen fallen nicht nur den Kunden auf die Nerven. Auch der Großteil
der Taxifahrer hat Interesse daran. dass es nichts
zu bemängeln gibt. Zumal im Augenblick die Geschäfte mal wieder schlecht
laufen, denn die Krise hat auch das Personenbeförderungsgewerbe eingeholt.
Aber
es ist ruhiger geworden an der
Beschwerdefront, heißt es aus den
Cockpits der Fahrer. „Ein
Grund", erläutert Peter Gungler, Geschäftsführer der Taxi-Zentrale, der 230 Wagen
angeschlossen sind, „ist der
Taxi-Knigge, den es seit knapp einem
Jahr gibt. Aber auch die höhere Qualifikation
»Tätowierungen
sind
bedeckt«
der
Fahrer trägt dazu bei,
dass wir weniger unzufriedene Fahrgäste haben."
Gungler: „Die Anforderungen an die Fahrer sind deutlich
gestiegen. Längst nicht jeder besteht mehr
die Prüfungen, die erforderlich sind, um Personen zu befördern. Da wir eben gesiebt. Das merken wir."
Im Knigge für Taxen und
Mietwagen, einer Broschüre, die das Straßenverkehrsamt bei den
vorgeschriebenen Prüfungen an jeden Fahrer abgibt, und die das Amt in Zusammenarbeit
mit den Taxifahrern erarbeitet hat, steht es wörtlich:
unterhemdartige Shirts hinterm Steuer werden ebenso
missbilligt wie zu kurze Hosen oder Miniröcke.
„Tätowierungen
sind bedeckt", heißt es weiter und „Halten Sie Ihr Fahrzeug von innen und außen sauber." "Das sind doch eigentlich alles Selbstverständlichkeiten", findet Heinrich Schröder (60). Seit 35 Jahren fährt er Taxi. Er
glaubt nicht, dass jeder Kollege sofort den
Taxi-Knigge aus dem Ärmel ziehen
kann, wenn's um Fragen des korrekten
Umgangs geht: „Viele haben den weder
bei sich noch im Hinterkopf."
Trotzdem
schätzt er: „Unter den etwa 3000 Fahrern gibt es nur ganz
wenige, die man als
schwarze
Schafe bezeichnen könnte. Die große Mehrzahl verhält sich anständig.
Dazu gehöre auch, nach zwei Stunden
Wartezeit nicht die Kunden
anzumaulen, wenn
nur eine
Fünf-Euro-Fahrt herausspringt („die Fahrgäste können ja wirklich nichts dafür").
Auch
die Hilfe beim Kofferausladen sei natürlich im
Fahrpreis inbegriffen. Worauf die
Taxi-Zentrale ein besonderes Auge hat, ist „eine Häufung von
Beschwerden", sagt Peter
Gungler. „Dann
bestellen wir den
Wagen ein, kontrollieren alles und mahnen, falls nötig, eine Änderung
an. Meist hilft das auf Anhieb."
Helfen
können sich Kunden aber auch selbst. Heinrich Schröder:
„In ein
verdrecktes Taxi
brauche ich nicht
einzusteigen.
Ich kann mir aus
der Reihe ein anderes
aussuchen. Entspricht ein telefonisch bestellter Wagen nicht meinen
Vorstellungen, kann
ich einen neuen anfordern."
Giovanni Lo Bue zeigt das Faltblatt mit den praktischen Anweisungen für Taxi-Fahrer. Höflichkeit allgemein und Fairness
gegenüber Kollegen gehören ebenso dazu wie dafür zu sorgen, dass der Innenraum
des Wagens „geruchsneutral" ist.
HERAUSGEBER
Verbände beteiligt
„Kundenorientiertes
Verhalten der Fahrerinnen und Fahrer von Taxen und Mietwagen in Duisburg"
ist der Taxi-Knigge betitelt,
den es im Straßenverkehrsamt der
Stadt Duisburg für alle Fahrer gibt. Zu den Herausgebern zählen auch Duisburger
Taxenverbände und -unternehmen.