Kraftwerk: neue Forderungen
Quelle:
RP-Online vom 14.01.2010
Krefeld
(RPO) Erst schien es, als wäre die Entscheidung bereits gefallen, jetzt
gibt es eine neue Hürde: Nachdem am Mittwochabend der Stadtrat das Einvernehmen
der Stadt Krefeld zum geplanten Trianel-Kohlekraftwerk
erklärt hat, erwartet die Bezirksregierung nun eine so genannte
"qualifizierte planungsrechtliche Stellungnahme".
Die Stadt
Krefeld soll darin darlegen, ob sie ihre Bauleitplanung gegebenenfalls an das
Projekt anpassen beziehungsweise noch weitere Pläne aufgestellt werden
müssen oder ob die derzeitige kommunale Bauplanungssituation ausreichend
erscheint.
Dabei
muss die Stadt auch rechtlich einschätzen, ob ihre Pläne den Anforderungen
eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG) genügen. Das OVG hatte
bei der Beurteilung der Bebauungspläne für ein geplantes Kraftwerk in Datteln
höhere Anforderungen gestellt als die beteiligten Behörden.
Es
stellt sich der Stadt daher die Frage, ob das immissionsschutzrechtliche
Genehmigungsverfahren nicht von einer neuen Bauleitplanung der Gemeinde begleitet
werden muss.
Kraftwerk:
Emotionale Debatte mit Folgen
Quelle: RP-Online vom 14.01.2010,
von Jens Voss
Krefeld
(RP) Begleitet von Demonstrationen und einer emotionale geführten Debatte
hat der Stadtrat am Mittwoch den Weg für den Neubau eines Kohlekraftwerks in
Uerdingen politisch freigemacht. Die Debatte im Rat war erwartungsgemäß
emotional – und das Geschehen dabei nicht immer gut.
Befürworter (vor allem links im Saal) und Gegner
(rechts im Saal) des Kraftwerks verfolgen die Debatte. Foto: RP
Es ist keine Kleinigkeit, wenn Ulrich Grubert vom Niederrheinischen Umweltschutzverein nach dem
für ihn missliebigen Abstimmungsergebnis als Zuschauer mit einem Megaphon
Oberbürgermeister Gregor Kathstede niederbrüllt und
den Ratsmitgliedern eine Gewissenspredigt hält.
So
etwas ist in einem gewählten Parlament keine Ausübung demokratischer Rechte,
sondern ein Angriff darauf und auch nicht durch hohe moralische Ansprüche zu
rechtfertigen. Die Heftigkeit mag auch dem Landtagswahlkampf geschuldet gewesen
sein.
Die
Grünen haben ihr Thema gefunden. Bemerkenswert war dies: SPD, CDU und FDP
standen in einer Entscheidung zusammen, die substanziell für die Zukunft
Krefelds ist. Die SPD hätte versucht sein können, den Grünen als potenziellem
Verbündeten nach dem Munde zu reden. Sie tat es nicht und stimmte mit dem
Gegner ab. Wahlkampf dominiert offenbar doch nicht alles. Das ist gut.
Kraftwerk:
Emotionale Debatte mit Folgen
Quelle: RP-Online vom 14.01.2010,
von Jens Voss
Krefeld
(RP) Begleitet von Demonstrationen und einer emotionale geführten Debatte
hat der Stadtrat am Mittwoch den Weg für den Neubau eines Kohlekraftwerks in
Uerdingen politisch freigemacht. Die Debatte im Rat war erwartungsgemäß
emotional – und das Geschehen dabei nicht immer gut.
Befürworter (vor allem links im Saal) und Gegner
(rechts im Saal) des Kraftwerks verfolgen die Debatte. Foto: RP
Es ist
keine Kleinigkeit, wenn Ulrich Grubert vom
Niederrheinischen Umweltschutzverein nach dem für ihn missliebigen
Abstimmungsergebnis als Zuschauer mit einem Megaphon Oberbürgermeister Gregor Kathstede niederbrüllt und den Ratsmitgliedern eine
Gewissenspredigt hält.
So
etwas ist in einem gewählten Parlament keine Ausübung demokratischer Rechte,
sondern ein Angriff darauf und auch nicht durch hohe moralische Ansprüche zu
rechtfertigen. Die Heftigkeit mag auch dem Landtagswahlkampf geschuldet gewesen
sein.
Die
Grünen haben ihr Thema gefunden. Bemerkenswert war dies: SPD, CDU und FDP
standen in einer Entscheidung zusammen, die substanziell für die Zukunft
Krefelds ist. Die SPD hätte versucht sein können, den Grünen als potenziellem
Verbündeten nach dem Munde zu reden. Sie tat es nicht und stimmte mit dem
Gegner ab. Wahlkampf dominiert offenbar doch nicht alles. Das ist gut.
Rat
macht Weg für Kraftwerk frei
Quelle: RP-Online vom 14.01.2010,
von Jens Voss
Krefeld
(RP) Begleitet von Demonstrationen und einer emotional geführten Debatte
hat der Stadtrat am Mittwochabend den Weg für den Neubau eines
Kohlekraftwerks in Uerdingen politisch freigemacht. Er erteilte das von der
Bezirksregierung geforderte „gemeindliche Einvernehmen“ mit den
Bauplänen.
Die Pläne sollen verwirklicht werden. Foto: Archiv
Der
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kündigte eine Kampagne aus
Klagen gegen Kraftwerksbetreiber Trianel an. Der BUND
plant zudem, in einer Auflage von 100000 Stück Vordrucke für Einwände in der
Bevölkerung zu verteilen. BUND-Sprecher Dirk Jansen: „Das wird ein
langer, steiniger Weg für Trianel.“
Die
Entscheidung im Rat fiel nach geheimer Abstimmung mit 38 Stimmen bei 17
Gegenstimmen der Grünen und der Partei Die Linke. CDU, SPD und FDP sowie Ralf
Krings von der UWG hatten Zustimmung angekündigt.
Gegner
wie Befürworter (einige der 7000 Mitarbeiter im Chempark)
des Kraftwerks waren im Saal mit Plakaten präsent, begleiteten die Debatte mit
Applaus und Zwischenrufen. Grünen-Fraktionschefin Stefanie Mälzer trug in einer
halbstündigen Rede die Bedenken gegen den Beschluss zusammen, sprach von einer
Gewissensentscheidung, warf der Verwaltung Fahrlässigkeit vor, sprach von
„Sauerei“, weil der Rat ihrer Überzeugung nach nicht umfassend
informiert worden sei.
Kraftwerk:
SWK wollen zunächst nur 30 statt 100 MW abnehmen
Quelle: RP vom 13.01.2010
Krefeld
(RP) Die Stadtwerke Krefeld (SWK) werden zunächst deutlich weniger Strom
vom geplanten Steinkohlekraftwerk in Uerdingen abnehmen als bislang
angekündigt. Der Aufsichtsrat der SWK ermächtigte den SWK-Vorstand
gestern, "ein realistisches Zeichnungsinteresse für 30 Megawatt gegenüber
dem Investor Trianel zu erklären", berichtete
eine SWK-Sprecherin. Vorbehaltlich der weiteren
Entwicklung der Wirtschaftlichkeit des Projektes könne dann eine Aufstockung
des Leistungsanteils erfolgen. Die SWK halten weiterhin einen Leistungsanteil
von bis zu 100 Megawatt für möglich.
Bei Trianel zeigte man sich von der Ankündigung nicht
überrascht. "Das ist das, was wir erwartet haben", sagte
Firmensprecher Elmar Thyen unserer Zeitung. Trianel erwartet bis März von allen in das Kraftwerk
investierenden Gesellschaftern eine Angabe, wie viel Strom sie abnehmen wollen.
Die Grünen-Fraktionschefin Stefani Mälzer erklärte:
"Das ist eine relativ gute Nachricht." Es zeige, dass die SWK von der
Wirtschaftlichkeit derzeit nicht voll überzeugt seien.
Quelle: RP
Trianel
will Kraftwerk schon Ende 2010 bauen
Quelle: RP vom 22.12.2009
Krefeld
(RP) Der Kraftwerk-Investor Trianel rechnet
fest damit, dass der Krefelder Stadtrat im Januar das "gemeindliche
Einvernehmen" für den Bau des Kohlekraftwerks im Chempark
erteilt. Vorher muss ein Gutachter im Auftrag der Stadt überprüfen, ob dafür
ein neuer Bebauungsplan erstellt werden muss.
Bei der
Eröffnung des Büros am Montag im alten Pfarrheim von St. Matthias Hohenbudberg an der Dorfstraße 4 sagte Sven Becker,
Sprecher der Trianel-Geschäftsführung: "In den
überarbeiteten Antragsunterlagen ist insbesondere dem Wunsch des Stadtrats
Rechnung getragen worden, die Steinkohle über den neu zu errichtenden Anleger
des Krefelder Hafens anzuliefern."
Martin
Hector, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk
Krefeld GmbH (TKK), hat den Zeitplan präsentiert. Die Antragsunterlagen sollen
im Frühjahr 2010 ausgelegt werden, im Sommer 2010 soll der Erörterungstermin
folgen, mit der Genehmigung zum Bau rechnet Trianel
im vierten Quartal 2010. Der Baubeginn soll sich unmittelbar daran anschließen.