Streit
um Kraftwerk: BUND greift Thoben an
Quelle:
/ Wirtschaft vom 09.10.2009
Jürgen Polzin
Essen. Der Streit um das teilweise
stillgelegte Steinkohlekraftwerk von Eon in Datteln eskaliert.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warf NRW-Ministerin Christa Thoben (CDU) „Panikmache“ vor, um
„Notstandsgesetze für Kohlekraftwerke“ verhängen zu können. Thoben hatte erklärt, angesichts der BUND-Klage seien über
ein Dutzend weitere Kraftwerksstandorte gefährdet. „Wenn Frau Thoben damit suggeriert, dass nun überall Klagerecht
bestehe, dann ist das eine glatte und bewusste Lüge“, sagte
BUND-Projektleiter Thomas Krämerkämper.
„Alleine bei elf Kraftwerken, die seit 1995 in betrieb genommen wurden,
sind die Klagefristen längst verstrichen. Wir können nicht mehr klagen, selbst
wenn es Rechtsverstöße gegeben hat“.
Thobens Ankündigung, den
Landesentwicklungsplan und insbesondere die Regelungen für den Energiebereicht
schnell zu ändern, bezeichnete Krämerkämper als
„abenteuerlich“. Eine Änderung können juristisch gesehen, nicht
allgemeingültige Gründsätze wie den Schutz der Bevölkerung außer Kraft setzen. Eine
Neuaufstellung würde länger als ein Jahr dauern. „Frau Thoben
will die Fehler heilen, indem sie Gesetze anpassen will. Dabei hat sie als
Ministerin den Eid geschworen, die Einhaltung der Gesetze zu wahren“.