Kraftwerk: Die Nachbarn wehren sich
Quelle:
vom 21. 07.2010

Uerdingen/Süd.
In Sachen Steinkohlekraftwerk der Trianel-Projektgesellschaft in Uerdingen hält
die Stadt Duisburg weiter dagegen.
Die
Bezirksvertreter im Süden nahmen jetzt ohne Diskussion zur Kenntnis, dass die
Stadt Duisburg das Projekt unter anderem aus Gründen des Umweltschutzes
weiterhin ablehnt und sich auch Rechtsmittel gegen eine erste Teilgenehmigung
der Bezirksregierung Düsseldorf vorbehält.
Dazu heißt
es, die Belastung mit Feinstäuben und Stickoxiden in Rheinhausen und der
Innenstadt sei schon sehr hoch. Bei Feinstaub sei die Überschreitung der
zulässigen Grenzwerte messtechnisch erwiesen. Der Hauptteil dieser Belastung
werde von auswärtigen Emissionsquellen, der so genannten Hintergrundbelastung,
verursacht. Genau die aber werde durch Projekte wie das geplante Kraftwerk, ein
geplantes Zementwerk im Uerdinger Hafen und die Erweiterung der dortigen
Müllverbrennungsanlage noch erhöht. Dadurch nämlich „werden mehrere hundert
Tonnen Feinstäube auf Duisburger Stadtgebiet niedergehen und stellen
wesentliche Beiträge zur Hintergrundbelastung dar“, so die Stadt.
Dringend
notwendig wäre aus Duisburger Sicht genau das Gegenteil. Deshalb sei diese
Zusatzbelastung auch nicht mehr hinnehmbar. Das Kraftwerk müsse dort geplant werden,
wo die Immissionsbelastung deutlich unter den Grenzwerten liege.
Denn
dadurch würden sämtliche Bemühungen um Luftreinhaltung für Duisburg
konterkariert. Das Projekt gefährde die Ziele des Luftreinhalteplans. Der
Neubau müsse mindestens mit der Stilllegung einer vergleichbaren
Kraftwerksleistung verbunden sein.
Auch müsse
bei der Planung der Forderung des Luftreinhalteplans nachgekommen und geprüft
werden, inwieweit die Maßnahmen zur Luftreinhaltung über den gesetzlichen
„Stand der Technik“ hinaus möglich sind.
Die
Kritiker der Pläne fordern den Bau eines umweltfreundlicheren Gas- und
Dampfturbinen-Kraftwerkes. Zu ihnen gehört übrigens auch die Stadt Düsseldorf.
Dort ist man erbost über die Krefelder Pläne. Aus Umweltgründen hatte die
Landeshauptstadt einem Kraftwerksprojekt in ihrem Hafen eine Absage erteilt.
Die Emissionen der in Uerdingen geplanten Anlage wären jedoch doppelt so hoch.
Und auch Düsseldorf würde sie abbekommen. ![]()