Kohleumschlag vor den Toren Hohenbugbergs
Quelle: West, 03.09.2009, Matthais Oelkrug

Die Stadt Krefeld hat am
Montag die Pläne für die Hafenerweiterung vorgestellt: Am Anleger unmittelbar
neben dem Bayer-Casino soll 2,4 Millionen Tonnen Kraftwerks-Kohle pro Jahr
umgeschlagen werden. Kosten: 20 Millionen Euro.
Während Umweltschützer im Duisburger Westen noch hoffen, das geplante Groß-Kohlekraftwerk kurz hinter der Stadtgrenze in Krefeld-Uerdingen zu verhindern, gibt sich die Gegenseite zuversichtlich und geht bei den Plänen bereits ins Detail. So stellte der Geschäftsführer des Krefelder Hafens, Rainer Schäfer, jetzt die ersten Pläne für die neue Umschlagstelle am Rhein vor, über die die per Schiff angelieferte Kohle zum Kraftwerk gelangen soll.
Der Anleger soll auf Höhe des
Bayer-Casinos, also kurz vor den Toren der Eisenbahnsiedlung, errichtet werden
und groß genug sein, um zwei Binnenschiffe oder einen Koppelverband von 185
Metern Länge mit einer Ladung von rund 5 000 Tonnen Kohle bedienen zu können.
Rund 2,4 Millionen Tonnen
sollen pro Jahr über den Fluss nach Uerdingen geliefert werden. Wie vom
Krefelder Stadtrat gefordert, geschieht dies über ein „eingehaustes” Laufband,
so dass beim Transport möglichst wenig Staub aufgewirbelt wird.
Zwei Ladekräne werden die zuvor
angefeuchtete Kohle von den Schiffen greifen und in einen Trichter entladen.
Das ist laut Schäfer der einzige Punkt, an dem Emissionen entstehen können. Die
bewegen sich um die zwei Mikrogramm Kohlestaub pro Kubikmeter Luft, vor einer
Hintergrundbelastung von 17 Mikrogramm, laut Schäfer „unter
Umweltgesichtspunkten ein Spitzenwert”, zumal die Belastung nur in 200 Metern
Umkreis nachweisbar sei.
Jetzt ist die Bezirksregierung
Düsseldorf am Zug, bei der die Stadt Krefeld den Antrag für die entsprechende
Ausweitung des Hafengebiets gestellt hat. Am 17. September steht eine erste
Prüfung an. Das ganze Genehmigungsverfahren wird frühestens im November 2010
abgeschlossen sein, an Bauzeit wird mit einem Jahr gerechnet. Mit dem Bau der
rund 20 Millionen Euro teuren Anlage wird allerdings nur begonnen, wenn auch
das Kraftwerk in Bau ist.