hoher CO2- und
Schadstoff-Ausstoß in der Kritik / Einwendungen noch bis 28. Juni möglich
2. Juni 2010 -- Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat
heute bei der Bezirksregierung Düsseldorf eine Einwendung
gegen das geplante Steinkohlekraftwerk im Krefelder BAYER-Werk eingereicht. Der
Verein kritisiert insbesondere den hohen Ausstoß von Treibhausgasen und
gesundheitsschädlichen Stoffen wie Stickoxiden, Feinstaub und Schwermetallen.
Vertreter der CBG hatten auch in der BAYER-Hauptversammlung Ende April
in Köln einen Stopp des Projekts gefordert.
Philipp Mimkes vom CBG-Vorstand: „Viele der rund 1000
Fördermitglieder der Coordination gegen BAYER-Gefahren leben in Krefeld
oder Duisburg. Diese sind von den gefährlichen Emissionen des geplanten
Kraftwerks direkt betroffen. Wir müssen daher alles tun, diese Dreckschleuder
zu verhindern“. Die CBG ruft die Bevölkerung auf, eigene Einwendungen
gegen den Genehmigungsantrag einzureichen. Aufgrund der überregionalen
Auswirkungen des Kraftwerks sind auch Einwendungen von Einwohnern anderer
Regionen möglich. Der BUND und der Niederrheinische Umweltschutzverein
haben eine website
eingerichtet, auf der individuelle Einwendungen erstellt werden
können.
Wörtlich heißt es in dem heutigen Schreiben der CBG: „In den
Industrieländern ist laut Angaben des Weltklimarats IPCC bis zum Jahr 2050 eine
Minderung des CO2-Ausstoßes um 80% bis 95% gegenüber 1990
nötig, um die dramatischsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.
Steinkohle ist jedoch nach der Braunkohle der umweltschädlichste Brennstoff.
Das geplante Kohlekraftwerk würde den Kohlendioxid-Ausstoß Krefelds verdoppeln
und damit den Klimawandel beschleunigen. Ein Erreichen der Vorgaben des IPCC
würde unmöglich.“ Der Betrieb des Kraftwerks würde jährlich zu CO2-Emissionen von über 4,3 Millionen Tonnen
führen.
Das Kraftwerk soll auf dem Gelände der BAYER AG errichtet werden;
betrieben werden soll es von der BAYER-Tochterfirma Currenta. Der
Chemie-Konzern will langfristig einen großen Teil der erzeugten Energie
abnehmen. Wirksame Klimaschutzmaßnahmen bei BAYER zugunsten von
Energieeinsparung und regenerativen Energien würden dadurch über Jahrzehnte
hinweg blockiert. Die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen des Konzerns liegen
incl. der Energie-Zulieferer schon jetzt bei rund 9 Mio Tonnen. Da es sich bei
dem geplanten Kraftwerk um ein Grundlastkraftwerk handelt, wäre kein flexibler
Einsatz in Kombination mit erneuerbaren Energien möglich.
Jan Pehrke von der CBG ergänzt: „Die Vorbelastung mit
Schadstoffen in Krefeld und Duisburg ist bereits stark erhöht und erlaubt keine
weiteren Belastungen. Allein der Ausstoß von Schwefel- und Stickoxiden würde
mehrere Tausend Tonnen pro Jahr betragen. Empörend ist, dass die beantragten
Filteranlagen nicht der besten zur Verfügung stehenden Technik entsprechen. Die
entstehenden Gesundheitsgefahren sind also zum Teil vermeidbar.“
weitere Informationen:
Coordination gegen
BAYER-Gefahren
www.CBGnetwork.org
Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940
Fordern Sie per eMail kostenlos weitere Informationen an.
Beirat
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Prof. Rainer Roth, Sozialwissenschaftler, Frankfurt/M.
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln
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