Kraftwerk-Planer
müssen umdenken
Quelle:
vom 26.01.2010, Martin Ziecke

Rheinhausen/ Krefeld. Mit dem Versagen des
„gemeindlichen Einvernehmens” hat sich der Rat an „nachbarschützende Vorschriften” gehalten. Trianel hofft, dass Düsseldorf den Beschluss kippt.
Die erwartete Debatte wurde gar nicht geführt. Ohne
Aussprache lehnte die Mehrheit der Ratspolitiker am späten Montag
Abend das Begehren
der Firma Trianel ab, Versorgungsleitungen für ihr im
Uerdinger Chempark geplantes Steinkohlekraftwerk in
Duisburger Grund und Boden zu versenken. Lediglich die Freidemokraten bekundeten ihre Billigung, die
unterirdische Kühlleitung und das oberdirdische
Transportband für Kohle auf dem zum Gewerbegebiet Hohenbudberg
zählenden Zipfel zu installieren.
Dass das Kraftwerk mit diesem Beschluss verhindert werden
kann, glaubt ernsthaft natürlich niemand. Zumindest aber ist aber wieder Zeit
gewonnen, bis die Dreckschleuder - so sie denn überhaupt genehmigt wird - in
Betrieb gehen kann. Denn das Veto des Duisburger Rates zwingt Trianel zu einer alternativen Planung, in der nun innerhalb
der Krefelder Stadtgrenzen nach Möglichkeiten gesucht werden muss, die vier
Kühlwasserrohre mit je zweieinhalb Meter Durchmesser und das eingehauste
Förderband unterzubringen
„Wir werden die
Auswirkungen des Ratsbeschlusses auf das Projekt prüfen, sind uns aber sicher,
die strittigen Punkte im Einvernehmen mit der Bezirksregierung zeitnah zu
klären“, kommentierte gestern Martin Hector, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Projektgesellschaft. Zwar
kann die Bezirksregierung ein „gemeindliches Einvernehmen”
theoretisch erzwingen, aber nur, wenn ein Bruch geltenden Rechts zu Grunde
liegt. Die Argumentation des Duisburger Amtes für Baurecht, nach der die
Genehmigung der Leitungen weder „allgemein, noch ausnahmsweise
zulässig” sei, liest sich äußerst schlüssig und fußt auf dem gültigen
Bebauungsplan, in dem für das südwestliche Gelände „Maßnahmen zum Schutz,
zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft” festgeschrieben
sind. Beschlossen wurde der Plan als „Abschirmung gegenüber dem
Gewerbegebiet”. Das nicht emittiert. Daneben einer Großanlage zum Ausstoß
von prognostizierten vier Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr den Weg zu
bereiten, macht in der Tat wenig Sinn.