Kohle wird knapp und teuer
Quelle: WAZ - SÜD vom 20.3.2008
Leserbrief

Kohlekraftwerksbetreiber verweisen darauf, dass der Brennstoff Kohle in ausreichenden Mengen vorhanden ist und somit günstig bleibt. Das wurde auch über viele Jahrzehnte so vermittelt. Die Situation sieht ganz anders aus: Die USA mit 27 % förderfähigen Kohlereserven benötigt die Kohle selber und importiert zusätzlich. Gleiches gilt für China und Indien, die jeweils 12 % der Kohlereserven haben. Somit stehen schon 50 % der Reserven nicht zur Verfügung. Russland (16 %), Europa (7 %), Australien (7 %) und andere Länder (19 %) sind weitere Lieferanten. Sechs Staaten teilen sich 85 % der Reserven, wobei nur 16 % überhaupt international gehandelt werden. Für 2025 wird ein Fördermaximum erwartet. Dazu kommt, dass aktuell die weltweiten Kohlemengen drastisch nach unten korrigiert werden. Beispiel Deutschland: Von bisher 23 Mrd. Tonnen wurden die deutschen Vorräte um 99 % auf 183 Mio. Tonnen runter bewertet. Dazu ist der Verbrauch in den letzten fünf Jahren weltweit viel deutlicher gewachsen als der von Öl und Gas.

Berücksichtigt man all das, kann sich jeder vorstellen, dass neben einer Verknappung auch ein drastischer Preisanstieg zu befürchten ist. Fazit: Die Kohlekraftwerke haben keine Zukunft - bedingt durch die geringe Kohleverfügbarkeit und den zu erwartenden Preisanstieg.

Klaus Lippert
Bürgerverein Mündelheim
Uerdinger Straße 140b