Vertrauen ist zerstört
Quelle:
- Süd vom 23.01.2010, Florian Müller
Die Sozialdemokraten wollen die CO-Pipeline stoppen.
Allgemeinwohl sei nicht mehr gegeben
Die beiden
SPD-Landtagsabgeordneten Gisela Walsken und Ralf
Jäger fordern Bayer auf, das Projekt CO-Pipeline zu den Akten zu legen. Die
Politiker stellten einen entsprechenden Antrag an den Unterbezirk vor
.
Zufriedene
Gesichter bei den beiden SPD-Kommunalpolitikern Dietmar Eliaß
und Volker Haasper sowie natürlich bei Erich Hennen,
Sprecher der Bürgerinitiative COntra-Pipeline,
nachdem die beiden Landtagsabgeordneten Gisela Walkens und Ralf Jäger einen
Antrag an den SPD-Unterbezirk vorgestellt hatten..
Danach
fordern die Sozialdemokraten in Duisburg den kompletten Ausstieg aus dem
„Abenteuer-Projekt CO-Pipeline, die Rücknahme des Enteignungsgesetzes
durch den Landtag NRW und die Aufhebung aller Genehmigungen, die
Regierungspräsident Jürgen Büssow der Firma Bayer
Material
Science in Zusammenhang mit der Kohlenmonoxid-Leitung von Dormagen nach
Uerdingen erteilt hat.
„Unser
Vertrauen in die Vorgehensweise von Bayer Material Science und auch in die
Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde ist nachhaltig zerstört”, machte
die für Duisburg Süd zuständige Landtagsabgeordnete Gisela Walsken
deutlich. Das Allgemeinwohl der Anlage sei nicht mehr gegeben, nur BMS nutze
die Fernleitung noch. Deswegen sei aus heutiger Sicht ihre damalige Zustimmung
zu dem Enteignungsgesetz ein Fehler gewesen, bekennt Gisela Walsken.
Sehr
wohl sehe man sich gegenüber den Arbeitsplätzen, die es in Krefeld zu erhalten
gilt, verantwortlich, betont auch ihr Kollege Ralf Jäger. Diese könne man
sichern, indem man in Uerdingen auf dem Gelände des Chemparks
kein Steinkohlekraftwerk errichte, sondern ein modernes mit Gas betriebenes
Kraftwerk. „Dabei kann man technisch sogar das Gas spalten und damit am
Standort Uerdingen direkt CO erzeugen. Das sichert langfristig die
Arbeitsplätze auf der anderen Rheinseite”, argumentiert Dietmar Eliaß weiter. Der Bezirksbürgermeister rief in Erinnerung,
dass sich die SPD in Duisburg-Süd nicht „direkt gegen die Pipeline
ausgesprochen” habe, sondern zunächst nur gegen die Trassenführung.
Die
breite Ablehnung gegen die Fernleitung werde aber nun von allen Ortsvereinen im
Süden mitgetragen. Nun gilt es für die Duisburger Sozialdemokraten
Überzeugungsarbeit in der eigenen Partei zu leisten, damit der Landesparteitag
Ende Februar einen Antrag in dieser Richtung verabschiedet. „In der
Landtagsfraktion gibt es dazu keinen Dissens”, gibt sich Ralf Jäger
optimistisch.
