Verwaltungsgericht bestellt zwei neutrale Gutachter
Quelle:
- Süd
vom 18.01.2010, Florian Müller

Die
3. Kammer des Verwaltungsgerichts beauftragt Spezialisten zur
Erdbebensicherheit und Materialeignung im Rechtsstreit um die Kohlenmonoxid-Leitung
von Bayer. In Mündelheim wurde bisher nur Metallschrott gefunden, so der
Kampfmittelbeseitigungsdienst.
Im Rechtsstreit um die
Kohlenmonoxid-Leitung von Bayer Material Science von Worringen
nach Uerdingen hat die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts in Düsseldorf, die
bereits im letzten Sommer die Inbetriebnahme per Urteil stoppte, nun zwei
weitere Gutachter bestellt. Dazu das Verwaltungsgericht am Montag: „Durch
zwei Beschlüsse vom heutigen Tage, die den Verfahrensbeteiligten soeben bekannt
gegeben worden sind, hat die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf
entschieden, die sicherheitstechnische Lage in Sachen Bayer-Pipeline weiter zu
prüfen. Namentlich sollen zwei Sachverständige aus Aachen und Berlin für das
Gericht Gutachten zur Erdbebensicherheit der CO-Pipeline sowie zur
Materialeignung der Rohre und Rohrleitungsteile erstatten. Nach Vorlage der
Sachverständigengutachten wird die Kammer über einen Termin zur mündlichen
Verhandlung befinden.” Dies bedeutet, dass die 3. Kammer erst dann das
Hauptverfahren eröffnen wird, wenn die nun angeforderten Gutachten
vorliegen. Dazu äußerte sich Erich Hennen, Sprecher des Duisburger
Initiative: „Wir wundern uns darüber, dass die Auflagen des letzten
Beschlusses des Verwaltungsgerichtes wie Geogrid-Matte
oder Rohrleistungsdicke von BMS noch nicht angegangen worden sind. Die
Bestellung von neutralen Gutachtern begrüßen wir, das Gericht hat profilierte
Gutachter für zwei Sachgebiete beauftragt.” Bei der Überprüfung des
Laufgrabens in Mündelheim südlich der B 288 hat der Kampfmittelräumdienst
Metallschrott geborgen, darunter nach eigenen Angaben den Stabkopf einer
britischen Stabbrandbombe, der zurückbleibt, wenn die Bombe ausgebrannt ist.