In Mündelheim eine Bombe direkt
neben der Pipeline gefunden
Quelle:
- Süd vom 07.01.2010,
Florian Müller

Florian
Müller
Bestätigt hat sich
gestern der Verdachtspunkt des Kämpfmittelräumdienstes in Mündelheim auf einen Blindgänger: Spezialisten der Behörde in Düsseldorf
fanden eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe, die
ein britischer Pilot abgeworfen hat.
„Und
das nur wenige Meter neben der Kohlenmonoxid-Leitung",
schüttelte Erich Hennen, Sprecher des
Duisburger Bürgerinitiative COntra-Pipeline,
den Kopf. Die Bezirksregierung zu dem Fund: „Sie besitzt zwar eine beträchtliche
Sprengstoffmasse (über 100 kg), doch fehlte das Zündsystem, sodass keine Entschärfung oder Evakuierung notwendig ist. Die Bombe wurde
bereits geborgen und mit dem Abtransport wurde begonnen. Der Bombenfund wurde rund
3,5 Meter von der dortigen Erdgas-Leitung beziehungsweise
5,5 Meter von der CO-Leitung gemacht."
Erich
Hennen hält an der Forderung der Duisburger Bürgerinitiative fest, dass der
ganze Trassenverlauf auf
»Untersuchung
ist
dringend
erforderlich«
Duisburger Stadtgebiet
detektiert werden muss. „Dies ist nach den Kampfmittelfunden dringend erforderlich." Der Sprecher
listete gestern im Redaktionsgespräch die Funde noch einmal auf:
„Begonnen hat es mit dem Fund bei den Bauarbeiten der Kohlenmonoxid-Leitung
im Ortsteil Rahm, als Bauarbeiter eine Granate freilegten. Dann folgte die Zehn-Zentner-Bombe,
die vor Weihnachten direkt neben der B 288 gefunden und entschärft worden ist.
Durch die geomagnetische Detektion
wurde eine noch funktionierende 60-mm Granate neben der Trasse gefunden und
nun diese Entdeckung. Das beweist doch, dass unsere Forderung nach der kompletten
Untersuchung Hand und Fuß hat." Hennen verweist noch einmal auf die Jahresstatistik
des NRW-Innenministeriums, wonach 36,5 Prozent der Kampfmittel in NRW durch Zufallsarbeiten
gefunden worden sind.
Im Gegensatz dazu
hielt Jochen Schmidt, Regierungsdirektor und für das Dezernat Kampfmittelräumdienst in
»Es
haben sich keine
Ansatzpunkte
ergeben«
Düsseldorf bei der
Bezirksregierung zuständig, weitere Untersuchungen im Verlauf der restlichen Trasse
für nicht notwendig. „Es haben sich auch durch die wiederholte Luftbildauswertung
keine Ansatzpunkte auf Blindgänger ergeben", erklärte Rolf Vogelbache",
Leiter des Kampfmittelräumdienstes, beim Beginn der geomagnetischen
Untersuchung. Nach dem Verdachtspunkt, der sich rund 100 Meter südlich der Rheinquerung
in Mündelheim befindet, wird der Kampfmittelräumdienst nun zwei Laufgräben
untersuchen, wo sich zurückgelassene Artillerie befinden könnte Die Gräben
liegen nördlich der B 288.
HINTERGRUND
Luftbilder
Der Kampfmittelräumdienst hatte die
Verdachtsstelle aufwändig mit Farbe markiert, nach dem Schneefall musste nun
aber wieder mit Hilfe der Satellitennavigation der genaue Ort gefunden werden,
der sich aus den Luftbildern ergeben hatte.