„Mitarbeiter dürfen
nicht die Leidtragenden sein“
Quelle: Presse Info vom 18. November 2009
Coordination gegen BAYER-Gefahren
BAYER: Gespräche über Verkauf von BMS / Auswirkungen auch
für CO-Pipeline
Die International Petroleum
Investment Company
(IPIC) mit Sitz in Abu Dhabi hat Verhandlungen mit dem BAYER-Konzern
über einen Verkauf der Kunststoff-Tochter Bayer MaterialScience
(BMS) bestätigt. Gegenüber dem Informationsdienst Chemical
Industry News & Intelligence kündigte
Khadem Al Qubaisi,
managing director von IPIC,
den Kauf eines “sehr großen europäischen Unternehmens im Bereich
Petrochemie“ an. Von den fünf Firmen, mit denen Gespräche geführt würden,
wird nur BAYER ausdrücklich genannt.
BAYER-Chef Werner Wenning
hatte im laufenden Jahr mehrfach bekräftigt, dass ein Verkauf von Bayer MaterialScience nicht auf der Tagesordnung stehe. Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren
kommentiert: „Die Belegschaft ist in den vergangenen Jahren mit immer
neuen Sparprogrammen und immer höherer Arbeitszeitverdichtung in Vorleistung
getreten. Die Mitarbeiter dürfen jetzt nicht die Leidtragenden sein, nur weil
das Unternehmen Renditen von über 20% anstrebt. Werner Wenning
muss Wort halten und darf sich nicht den Verkaufsforderungen des Finanzmarkts
beugen, wenn er nicht als größter Schlachtmeister in die BAYER-Geschichte
eingehen will".
Vor zwei Jahren hatte
BMS trotz eines Rekordgewinns rund 10% der Arbeitsplätze – weltweit etwa
1.500 – gestrichen. Erst Ende August kündigte BMS die Schließung der
Krefelder Forschungslabore an, wovon 130 Arbeitsplätze betroffen sind. Und in
Belgien will BMS die Löhne gegenwärtig trotz bestehender Tarifverträge und
trotz eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr um 10% kürzen.
Die Coordination
gegen BAYER-Gefahren (CBG) fürchtet zudem
Auswirkungen für die umstrittene Kohlenmonoxid-Leitung zwischen den Werken
Krefeld und Dormagen. „Wer garantiert nach einem Verkauf von BMS für die
Sicherheit der Pipeline? Beteiligt sich BAYER im Schadensfall an den Kosten?
Was passiert, wenn BMS nach einem Verkauf an IPIC weiter aufgespalten
wird, so wie es bei Lanxess geschehen ist?“,
ergänzt Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG. Mimkes bekräftigt die Forderung, dass
die Rohrleitung nicht in Betrieb gehen darf. „Die Pipeline dient in
keiner Weise dem Allgemeinwohl und würde für die Anwohner eine permanente
Bedrohung darstellen. Wenn nicht einmal klar ist, wer die Pipeline in den
kommenden Jahrzehnten betreiben soll, darf hierfür keine Betriebsgenehmigung
erteilt werden.“ Die CBG weist auch darauf hin, dass BMS hochprofitabel
ist und eine Verweigerung der Pipeline-Genehmigung keinesfalls einen Grund für
einen Verkauf darstellt. Die CO-Versorgung in Krefeld ließe sich mit dem Bau
eines sogenannten Steam Reformers lösen.
Weitere Informationen:
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Presse Info „BMS: Rationalisierung
trotz Rekordgewinn“: www.cbgnetwork.de/2242.html
Coordination gegen BAYER-Gefahren
www.CBGnetwork.org
Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940
Beirat
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln