Die Risiken reduzieren
Quelle:
vom 20.10.2009
Bayer-Betriebsrat
Thomas de Win zu dem Brief der
CDU-Landtagsabgeordneten. Schieberstation für CO-Pipeline im Bau
Florian Müller
In die Diskussion um den drohenden
Arbeitsplatzverlust bei der Firma Bayer, wenn die Kohlenmonoxid-Pipeline von Köln-Worringen nicht nach Krefeld-Uerdingen in Betrieb
gehen kann, mischt sich nun nach Vorstandsvorsitzendem Werner Wenning auch Thomas de Win, Gesamtbetriebsratsvorsitzender
bei Bayer sowie stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrates, mit einem Brief an die CDU-Landtagsmitglieder ein, die einen offenen Umgang mit der Problematik gefordert hatten. Auf Duisburger Gebiet geht unterdessen
der Bau der Schieberstation am Winkelhauser
Weg weiter. Ein Schwertransporter, der die Teile
lieferte, blieb erst einmal bei der Anfahrt in
Rahm stecken.

„Das kann doch nicht wahr sein, wie dieser Transport
abgelaufen ist", kommentiert Günter
Dobritz, Mitglied der Duisburger Bürgerinitiative
gegen die CO-Leitung, die Anfahrt der drei Transporter zur Schieberstation.
„Als der Tieflader, der mindestens 50
Tonnen hatte, von Zur Kaffeehött in den Winkelhauser
Weg abbiegen und dann doch wieder zurücksetzen
wollte, platzte an den lenkbaren Achsen eine Hydraulikleitung. Erst nach zwei
Stunden ging es dann über den Winkelhauser Weg
weiter", so der Beobachter. Günter Dobritz, der früher selbst einmal
beruflich mit Schwertransporten zu tun hatte:
„Da liegen unter dem Feldweg und neben der Schieberstation in 1,40 Meter
Tiefe Erdgasleitungen. Beim Befahren
oder Ausfahren der Hydraulikbeine für den
Kran hätten bei diesem Gewicht die Gasleitungen meiner Meinung nach unbedingt abgedeckt werden
müssen."

Betriebsrat Thomas de Win wirft in dem Brief den vier CDU-Landtagsabgeordneten
Marc Ratajczak, Hans-Dieter Clauser, Dr. Wilhelm Droste und Harald Giebels (alle Mettmann) vor, auf Kosten von Bayer Wahlkampf betreiben zu wollen. Er
verweist darauf, dass der nordrhein-westfäli sche Landtag mehrfach
festgestellt habe, dass das Fernleitungsprojekt
dem Allgemeinwohl diene. „Wir kennen die mit unserer Arbeit verbundenen
Risiken - und tun alles, um diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Vorwürfe der vier
Landespolitiker haben, so de Win, in der
Belegschaft „Entrüstung" ausgelöst.
Dieter Donner, Sprecher der Bürgerinitiativen gegen die Pipeline in den südlichen Bereichen der Fernleitung, zu den Äußerungen
des Betriebsrates: „Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bayer sollte auch die Bayer-Mitarbeiter nicht vorschieben, um die eklatanten und zahlreichen
Managementfehler von Bayer und der vom
Management beauftragten Fremdfirmen zu entschuldigen."
HINTERGRUND
Schieberstation
Damit im
Gefahrenfalle Teile der 65 Kilometer langen Kohlenmonoxid-Fernleitung geschlossen werden können, sieht der Planfeststellungsbeschluss mehrere Schieberstationen vor. Eine befindet sich in Rahm auf Duisburger Stadtgebiet.