BI sieht sich
als Punktsieger
Quelle:
Süd, 03.12.2009, Florian Müller
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/sued/2009/12/3/news-142484255/detail.html
CO-Pipeline

Beim Jahresrückblick nach
Gerichtsurteil gegen die Fernleitung.
In vielen
ihrer Positionen sehen sich die Duisburger Mitglieder der Bürgerinitiative
COntra-Pipeline durch die Ereignisse im scheidenden Jahr bestärkt.
„Gestärkt hat unser Engagement gegen die Kohlenmonoxid-Leitung auf jeden
Fall das Urteil der dritten Kammer des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf”,
so BI-Sprecher Erich Hennen in seiner Jahresbilanz. Die dritte Kammer des
Düsseldorfer Gerichtes hatte in einem Eilverfahren die Genehmigung der Leitung
von Worringen nach Uerdingen verweigert und erhebliche Sicherheitslücken
festgestellt, die sich durch Änderungen im Genehmigungsverfahren ergeben haben.
Gegen die Düsseldorfer Entscheidung haben sowohl Bauherr Bayer Material Science
als auch der Regierungspräsident in Düsseldorf auf einen Widerspruch
verzichtet, so dass nun das Hauptsacheverfahren, das vor der selben Kammer
durchgeführt wird, eine erste Klarheit bringen muss. Hennen rechnet nicht mit
einem Verhandlungsauftakt vor Ende Januar/Anfang Februar des nächsten Jahres,
da der Richter eigene Gutachter bestellt habe. Erich Hennen hat bei einem
persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen bei Bayer den Eindruck gewonnen,
„dass Bayer alles Geld der Welt in die Hand nehmen wird, damit alle
Auflagen erfüllt werden und die CO-Pipeline in Betrieb gehen
kann!” Die Kehrtwende bei der Informationspolitik und dem Umgang miteinander,
die Regierungspräsident Jürgen Bussow in einem Gespräch mit Dieter Donner,
Sprecher der anderen Bürgerinitiativen, Erich Hennen und Medienvertretern bei
einem Gespräch in Düsseldorf ankündigte, sieht Hennen nicht vollzogen.
„Die jüngste Änderung bei der Planfeststellung zeigt, dass erst wieder
gehandelt und erst dann informiert wird.” Büssow hatte nach einer
fehlgeschlagenen Probebohrung unter einer Landstraße in Hilden einem geänderten
Trassenverlauf zugestimmt. Mit Sorge betrachtet der Ungelsheimer auch
die weitere Entwicklung der Bayer-Tochter Material Science (BMS), da nicht nur
der bisherige Vorstandsvorsitzende Werner Wenning immer wieder in diesem Jahr
betont hat, dass Bayer sich wieder mehr auf sein Kerngeschäft Medikamente
besinnen sollte. „Da wird mit allen Mitteln die Braut BMS geschmückt,
damit man sie dann besser verkaufen kann”, so Hennen zu der
Bayer-Ankündigung, die Pipeline auf jeden Fall in Betrieb nehmen zu wollen. Und
weiter: „Mit den knapp 90 Milliarden Euro, die man für BMS erzielen
könnte, lassen sich prima weitere Zukäufe für das Kerngeschäft
finanzieren”, so Hennen, der weiterhin darauf hinweist, dass bei allen
die Pipeline betreffenden Dokumenten stets von BMS oder ihrem Rechtsnachfolger
gesprochen wird. Eines kann der Sprecher aber versprechen: „Nach
unserer Adventsfeier am kommenden Mittwoch, 9. Dezember, im Steinhof werden wir
erst einmal eine Weihnachtsruhe einlegen!”