Sachverständige
werden knapp
Quelle:
- Süd vom 09.10.2009
Für Beweisführung zur Sicherheit der CO-Pipeline
In Sachen CO-Pipeline werden langsam
die Gutachter knapp. Wie die Landesregierung jetzt dem Umweltausschuss des NRW-Landtages
mitteilt, hat das Verwaltungsgericht die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf
darum gebeten, in der Angelegenheit selbst keine weiteren Gutachter mehr um
Stellungnahmen zu bitten, damit auch für die Beweiserhebung vor Gericht noch
Sachverständige zur Verfügung stehen. Auch an Bayer sei die entsprechende Bitte
gerichtet worden.
Daneben berichtete die Regierung dem
Ausschuss, dass im Juni sechs neue Klagen gegen das Vorhaben erhoben wurden,
unter anderem vom Kreis Mettmann sowie den Städten Duisburg, Hilden und
Langenfeld. Sie alle würden sich gegen die Genehmigungen der Bezirksregierung
von Anfang März wenden. Damals hatte die Bezirksregierung sowohl die Verwendung
einer 60 statt 80 Zentimeter breiten Geogrid-Matte
als Schutz oberhalb der Rohre genehmigt als auch die Absenkung der
Rohwandstärken von 6,3 auf 5,6 Millimeter. Die Absenkung gilt vor allem in
Kreuzungsbereichen mit Verkehrswegen als bedenklich.
Ursprünglich war für die CO-Leitung ein
dreistufiges Schutzsystem vor Baggerzugriffen geplant: Warnschilder über der
Leitung, ein so genanntes Trassenwarnband unter der Erde und, darunter gelegen,
die reißfeste Geogrid-Matte. Bereits während der
Bauarbeiten stellte sich heraus, dass eigenmächtig vom drei- auf ein
zweistufiges Schutzsystem umgestellt worden war: Bayer durfte das
Trassenwarnband auf Höhe der Geogrid-Matte verlegen und damit ausgleichen, dass dieses
Schutzgitter schmaler ausgefallen ist. Gegenwärtig, so die Landesregierung,
werde bei Bayer intern geprüft, wie das System der zweistufigen unterirdischen
Warnung durch zusätzliche bautechnischen Maßnahmen
doch noch realisiert werden kann. „Einen Termin für die Vorstellung
konnte BMS (Bayer – d. Red.) noch nicht nennen. mkw