Das
Luftbild muss genügen
Quelle:
vom 08.10.2009
CO-Pipeline: Für
Verdachtsflächen für Munitionsfunde aus dem Zweiten Weltkrieg sind alliierte
Luftaufnahmen maßgebend
Martin
Kleinwächter
Umfassend hat die Landesregierung jetzt dem
Umweltausschuss des Landtags in Sachen CO-Pipeline
Bericht erstattet (wir berichteten).
Danach erfolgt die Prüfung auf Kampfmittelfreiheit auf der 68-Kilometer-Trasse bei Bedarf
zweistufig: Zunächst würden anhand von Luftbildern der Alliierten Einschlag-stellen von Sprengkörpern am Boden ermittelt. „Liegen in der Luftbildauswertung
keine Hinweise auf Kampfmittel vor, gilt
die Fläche als nach dem Stand der Technik und ohne auffällige Befunde
untersucht

Das Artillerie-Geschoss auf
der Baustelle in Rahm-West am 14. Jup ni 2007.
Foto: privat
und damit als
,kampfmittel-frei', so dass keine weiteren Maßnahmen durchzuführen sind",
heißt es in der Sitzungsvorlage. Allerdings
könnten auf diese Weise nicht alle tatsächlich betroffenen Flächen
ermittelt werden, da nicht alle Luftbilder vorliegen, bei Schlechtwetter keine
Aufnahmen von Luftangriffen gemacht wurden und kleinere Kampfmittel aus der Luft nicht zu erkennen
seien.
Für die so definierten Verdachtsflächen gelte, dass vor Baubeginn weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssten. Je nach Art der vermuteten
Kampfmittel würden unterschiedliche Verfahren eingesetzt, im Regelfall die so
genannte Geomagnetik. Erst nach derartigen Untersuchungen und nach Räumung vorgefundener Kampfmittel würde eine
Verdachtsfläche als „kampfmittelfrei" bezeichnet. . Von einer
nötigen Detektion fünf Meter beiderseits der gesamten
Trasse, wie von Bernd Hamacher, dem Pressesprecher der Bezirksregierung,
vor Wochen beschrieben, ist in dem Papier keine Rede. Weitere Flächen
wür‑
»Immer eine Aussage: ,Keine Munition gefunden'«
den nur zusätzlich abgesucht, wenn dort Kampfmittel gefunden
würden, heißt es vielmehr. Sie würden entschärft, beseitigt und die Umgebung
auf weitere Kampfmittel abgesucht.
Tatsächlich, so die Regierung, sei bei der CO-Pipeline 2006 der
Rheindüker bei Mündelheim entsprechend geprüft worden. Im Duisburger Süden sei
der Kampfmittelbeseitigungsdienst 2007 zweimal bei Funden tätig geworden: am
14. Juni auf der Baustelle beim Rahm (Sprenggranate) und am 25. August bei Serm
(zwei Brandbomben). Daraufhin durchgeführte weitere Sondierungen hätten keine
Befunde ergeben.
Ende 2007 hätten Bayer und Wingas mitgeteilt, sie würden bei den
Bauarbeiten laufend die Bescheinigungen zur Kampfmittelfreiheit einholen. Für die
behördliche Überwachung der 2008 durchgeführten Bauarbeiten habe es einen
externen Sachverständigen gegeben.
„Dieser Bericht enthielt immer auch eine Aussage über Kampfmittel,
nämlich dass ,keine Munition gefunden wurde“. Die förmliche Einholung der
Bescheinigung sei mehrfach bei Besprechungen von Bayer und Wingas zugesagt
worden, zuletzt am 5. Juni. Da aber habe bereits festgestanden, dass noch
nicht für alle ermittelten Verdachtsflächen Bescheinigungen beantragt worden
seien.

Bei der Verlegung in Rahm-West wurde am 14. Juni 2007 ein
Geschoss gefunden. Luftbild: Hans Blossey